Aktuell

Memmingen speist Industrieabwärme von Magnet-Schultz ins Fernwärmenetz

In Memmingen ist der erste Abwärmeanschluss des Unternehmens Magnet-Schultz an das neue Fernwärmenetz hergestellt worden; Betreiber E-Con AG plant eine Versorgung von bis zu 3.700 Haushalten.

In Memmingen ist Industrieabwärme erstmals an das neue Fernwärmenetz angebunden. Nach Angaben von E-Con und der Stadt Memmingen wurde beim Elektrotechnikhersteller Magnet-Schultz eine Abwärme-Übergabestation installiert, die Prozesswärme in das Heizwerk Memmingen-Benningen einspeist. Das von E-Con betriebene Netz ist für die Versorgung von bis zu 3.700 Haushalten ausgelegt.

Kern des Systems ist eine technische Kette aus Abwärmenetz und Großwärmepumpe: Die bei Magnet-Schultz anfallende Niedertemperatur-Abwärme wird gesammelt, zur zentralen Anlage geführt und dort auf ein für die Fernwärme geeignetes Temperaturniveau angehoben. Ergänzend nutzt das Heizwerk erneuerbare Energien. Ziel ist es, Erdgas zu ersetzen und CO2-Emissionen zu senken.

Für den Aufbau der Infrastruktur veranschlagt der Betreiber Investitionen von rund 30 Millionen Euro. Mehr als elf Millionen Euro davon stammen laut Projektangaben aus öffentlicher Förderung. Die konkrete Höhe der künftigen CO2-Minderung und der Brennstoffersatz hängen von der verfügbaren Abwärmemenge, der Netzführung und der Betriebsweise der Wärmepumpen ab. Als Orientierung nennen die Projektpartner Potenziale im Bereich mehrerer Millionen Kubikmeter Erdgas pro Jahr, betonen aber, dass sich diese Werte erst im Betrieb belastbar belegen lassen.

Die Stadt Memmingen verknüpft das Vorhaben mit ihrer Wärmeplanung. Mit der schrittweisen Erweiterung des Netzes sollen weitere Einspeiser und Abnehmer gewonnen werden. Vertragliche Langfristbindungen zwischen Industrie und Wärmenetz gelten als entscheidend, um die Auslastung zu sichern und die Wirtschaftlichkeit zu stabilisieren.

Fachlich wird die Einbindung industrieller Abwärme seit Längerem als wichtiger Baustein der Wärmewende diskutiert, vor allem in Regionen mit dichter Industrie. In Deutschland entstehen parallel Projekte, die Abwärme aus Metallverarbeitung, Rechenzentren oder chemischer Industrie sowie Großwärmepumpen für Quartiers- und Stadtnetze nutzen. Deren Übertragbarkeit hängt von vorhandener Infrastruktur, Temperatur­niveaus, Betriebsprofilen der Betriebe und Förderrahmen ab.

Einordnung der Angaben: Der Anschluss von Magnet-Schultz, die Rolle der E-Con AG und die technische Auslegung des Heizwerks Memmingen-Benningen basieren auf Mitteilungen des Betreibers und der Stadt Memmingen. Aussagen zu Einsparpotenzialen und langfristigen Preiseffekten sind Zuschreibungen der Projektpartner beziehungsweise fachliche Bewertungen und keine gesicherten Ergebnisse aus dem laufenden Betrieb.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk