Bundeskanzler Friedrich Merz hat den 18-jährigen Tim Kammel mit dem „Preis des Bundeskanzlers für die originellste Arbeit“ geehrt. Kammel erhielt die Auszeichnung für ein experimentelles Physikprojekt zur Funktionsweise von Sanduhren. Das Sonderpreisverfahren war Teil des 61. Bundeswettbewerbs „Jugend forscht“, dessen Bundesfinale Ende Mai 2026 in Herzogenaurach stattfand. Im Anschluss lud das Bundeskanzleramt die Bundessiegerinnen, Bundessieger und Sonderpreisträgerinnen sowie Sonderpreisträger zu einem Empfang nach Berlin ein.
Kammels Arbeit untersucht systematisch, wie Laufzeit und Flussverhalten einer Sanduhr von Sandmenge, Korngröße und Öffnungsdurchmesser beeinflusst werden. In mehreren Messreihen erfasste er die Zeitabhängigkeit des Schüttflusses, leitete einfache Modelle ab und verglich sie mit den Messdaten. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Laufzeit messbar mit der Öffnungsgröße und dem Füllstand verändert und diese Größen quantitativ erfasst und beschrieben werden können.
Die Jury würdigte die experimentelle Kreativität, die saubere Methodik und die klare Darstellung der physikalischen Zusammenhänge. Der Preis zählt zu den fachübergreifenden Sonderpreisen des Bundeswettbewerbs „Jugend forscht“ und soll laut Stiftung Jugend forscht die Sichtbarkeit junger Forschungstalente stärken. Die Stiftung Jugend forscht betont, dass Wettbewerbsprojekte wie dieses die Schwelle zur Physik senken und anschaulich zeigen, wie aus präziser Beobachtung und reproduzierbaren Versuchen belastbare Aussagen entstehen.
Einordnung und Nutzen: Kammel überträgt klassische Fragestellungen der granularen Strömungsmechanik in ein leicht zugängliches Versuchsformat. Das erleichtert die Vermittlung physikalischer Grundprinzipien im Unterricht und ermöglicht Demonstrationen mit überschaubarem Aufwand. Konkrete Anwendungen liegen vor allem im Bildungsbereich und bei der Kalibrierung einfacher Zeitmessgeräte. Für industrielle Prozesse mit Schüttgütern wären jedoch zusätzliche, anwendungsspezifische Anpassungen nötig; dies markiert die Grenze der unmittelbaren Übertragbarkeit.
Der Bundeswettbewerb 2026 zeigte erneut die Breite der Einreichungen, von theoretischen Ansätzen bis zu praxistauglichen Experimenten. Aus Sicht der MINT‑Förderung ist dabei entscheidend, dass Projekte nicht nur neue Ideen präsentieren, sondern auch offenlegen, wie Messfehler begrenzt, Modelle getestet und Ergebnisse transparent dokumentiert werden. Kammels Beitrag erfüllt diese Kriterien und verdeutlicht, wie sich mit einfachen Mitteln tragfähige Erkenntnisse gewinnen lassen.
Die Entscheidungen und Ehrungen sind öffentlich dokumentiert; der Empfang im Bundeskanzleramt unterstreicht den politischen Rückhalt für Nachwuchsforschung. Mit der Auszeichnung für Tim Kammel setzt die Bundesregierung ein Signal, dass originelle, gut begründete Experimente an der Schnittstelle von Alltagsbeobachtung und Grundlagenphysik ausdrücklich erwünscht sind.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).