Politik

Merz fordert beim Berlin Global Dialogue neue Partnerschaften und ein Europäische Union‑Schutzschild

Beim Berlin Global Dialogue in Berlin hat Bundeskanzler Friedrich Merz am 21. Oktober 2026 neue verlässliche Partnerschaften und ein rasch einsetzbares EU‑Instrument gegen unfaire Handelspraktiken verlangt.

Bundeskanzler Friedrich Merz hat beim Berlin Global Dialogue in Berlin am 21. Oktober 2026 neue und verlässliche Partnerschaften für Deutschland und Europa gefordert und zugleich ein handelspolitisches Schutzschild der Europäischen Union gegen unfaire Praktiken angemahnt. Ziel sei es, Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und strategische Abhängigkeiten zu reduzieren, sagte Merz vor Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft an der ESMT Berlin.

Als Ansatzpunkte nannte der Kanzler zusätzliche Handelspartnerschaften mit Staatengruppen im Indopazifik und mit Mercosur sowie gezielte Rohstoffabkommen. Kritische Abhängigkeiten, etwa bei Seltenen Erden und bei Vorprodukten wie Permanentmagneten, sollten durch Diversifizierung abgebaut werden. Die Bundesregierung betonte, das vorgeschlagene EU‑Instrument solle eine schnelle Reaktion auf Marktverzerrungen ermöglichen; idealerweise müsse es niemals angewandt werden. Konkrete Rechtsakte oder ein Zeitplan wurden in der Zusammenfassung der Aussagen nicht genannt.

Merz verband die außenwirtschaftlichen Leitlinien mit innenpolitischen Prioritäten. Wachstum solle vor allem durch private Investitionen, Technologieentwicklung und die Umsetzung der Hightech Agenda Deutschland entstehen. Als Beispiele nannte er Vorhaben in Mikroelektronik und Quantentechnologien. Der jüngst abgehaltene Investitionsgipfel diene dazu, zusätzliches Kapital zu mobilisieren. Zudem kündigte Merz eine Asienreise an, um Partnerschaften vor Ort zu vertiefen.

Nach Einschätzung von Beobachtern folgt die Rede der seit 2024 intensiver geführten Debatte in Deutschland, Wettbewerbspolitik, Sicherheitspolitik und Industriepolitik enger zu verzahnen. Entscheidend für die praktische Wirkung sind zwei Voraussetzungen: Erstens braucht es eine Einigung in der Europäischen Union über Ausgestaltung und Auslösemechanismen des Schutzinstruments. Zweitens müssen konkrete Schritte zur Diversifizierung kritischer Lieferketten umgesetzt werden, damit vereinbarte Partnerschaften rasch investiv wirksam werden.

Der Berlin Global Dialogue versammelt jährlich internationale Führungskräfte in der Hauptstadt; in diesem Jahr richtete die ESMT Berlin die Konferenz aus. Nach Angaben der Bundesregierung standen neben der Handelspolitik auch Fragen technologischer Souveränität und resilienter Wertschöpfungsketten auf der Agenda. Medienberichte bestätigten die Teilnahme hochrangiger politischer und wirtschaftlicher Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger.

Merz’ Kernbotschaft lautete, dass Deutschland und Europa ihre Offenheit für Handel mit einem wirksamen Schutz gegen unfaire Praktiken verbinden müssten. Ob die angekündigten Reisen und Dialoge zu verbindlichen Abkommen über Handel und Rohstoffe führen, wird sich an der Zahl konkreter Vereinbarungen und Investitionszusagen in den kommenden Monaten zeigen.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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