Bayern

Münchens kleine Brauereien wachsen trotz sinkendem Bierabsatz

Mehrere kleine Münchner Brauereien melden im laufenden Jahr Zuwächse, obwohl der Gesamtmarkt weiter schrumpft. Treiber sind Regionalität, alkoholfreie Sorten und Direktvermarktung.

Mehrere kleine Brauereien in München berichten im laufenden Jahr von steigenden Absätzen und Umsätzen, obwohl der Bierabsatz in Deutschland insgesamt weiter sinkt. Branchenangaben zufolge stützen vor allem die Nachfrage nach regionalen Produkten, der Ausbau alkoholfreier Sorten und eine stärkere Direktvermarktung die Entwicklung einzelner Betriebe.

Der jüngste verfügbare Vergleich des Statistischen Bundesamts weist für 2025 gegenüber 2024 einen Rückgang des steuerpflichtigen Bierabsatzes um rund sechs Prozent aus. Bayern war dabei weniger stark betroffen als der Bundesschnitt. Flächendeckende Erholungszeichen für den Gesamtmarkt liegen nicht vor. Der gegenläufige Trend in München bleibt damit ein Nischenphänomen, das auf spezifische Unternehmensstrategien zurückgeführt wird.

Der Verband Private Brauereien Bayern verweist auf eine hohe Investitionsbereitschaft seiner Mitgliedsbetriebe. Demnach planen viele kleinere Häuser 2026 Ausgaben für moderne Produktionsanlagen, Entalkoholisierungsverfahren sowie zusätzliche Abfüll- und Logistikkapazitäten, um alkoholfreie Getränke und Spezialitäten wirtschaftlicher herzustellen und schneller in den Handel zu bringen. Begleitend setzen etliche Betriebe auf eigene Schankstätten, Abomodelle und den Onlineverkauf, um Margen zu stabilisieren und die Bindung an Stammkundschaft zu stärken.

Zugleich bleibt der strukturelle Druck hoch. Steigende Energie- und Rohstoffkosten sowie Preissensitivität im Handel treffen kleinere Produzenten überdurchschnittlich. In Bayern spielen traditionelle Braustätten dennoch eine wichtige Rolle für Kultur und Tourismus. Der Münchner Jahreswirtschaftsbericht 2026 nennt eine hohe lokale Kaufkraft und den starken Tourismussektor als Faktoren, die regionalen Lebensmittelproduzenten Vorteile verschaffen können. Kooperationen mit Stadtmarketing und Gastronomie sichern Sichtbarkeit, ersetzen aber keine grundsätzliche Markterholung.

Politik und Branchenverbände sehen deshalb gezielte Hilfen als notwendig an, etwa Förderprogramme für Energieeffizienz, Beratung zu Prozessoptimierung und Unterstützung bei der Digitalisierung von Vertrieb und Logistik. Solche Maßnahmen sollen die Wettbewerbsfähigkeit kleiner Anbieter stärken, ohne Markttrends künstlich zu überdecken.

Ein Fazit lässt sich klar ziehen: Differenzierung, Investitionen und Nähe zum Kunden ermöglichen mehreren Münchner Kleinbrauereien derzeit Wachstum gegen den Trend. Daraus ergibt sich jedoch keine belastbare Aussage für die Branche insgesamt. Aussagen einzelner Betriebe sind dokumentiert; eine breit angelegte Trendwende bleibt bislang untermauerten Daten zufolge aus.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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