Die Beisetzung des verurteilten bosnisch-serbischen Militärführers Ratko Mladić in Belgrad am 7. September 2026 hat zu scharfer Kritik aus Brüssel geführt und Zweifel an Serbiens Perspektive für einen EU-Beitritt geschürt. EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos sagte nach eigenen Angaben einen für Anfang September geplanten offiziellen Besuch in Belgrad ab; die Absage begründete sie mit der „Verherrlichung“ rund um die Beisetzung und nannte das Verhalten „inakzeptabel“ im Hinblick auf die Werte, auf denen der EU-Beitrittsprozess beruht. (Angaben der Kommissionssprecher und Presseberichte vom 4. bis 8. September 2026.) ([de.euronews.com](https://de.euronews.com/2026/09/05/kriegsverbrecher-ratko-mladic-in-belgrad-geehrt-aber-ohne-staatliche-ehren?utm_source=openai))
Kos stellte in Interviews und Presseäußerungen explizit die Frage, ob Serbien die für eine Annäherung an die Europäische Union erforderliche Auseinandersetzung mit der Vergangenheit vollziehe. Sie bezeichnete die Trauerfeierlichkeiten als „wichtigen Test“ für die Glaubwürdigkeit des Beitrittswegs und kündigte an, Besuche und Kontakte an die Entwicklung des öffentlichen Umgangs mit dem Fall zu koppeln. Damit signalisiert die Kommission, politische Schritte zur Normalisierung der Verhandlungen von konkreten Verhaltensänderungen Belgrads abhängig zu machen. ([de.euronews.com](https://de.euronews.com/my-europe/2026/09/04/eu-warnt-serbien-mladic-begrabnis-wird-zum-test-fur-den-eu-beitritt?utm_source=openai))
Die Reaktionen in Brüssel fielen über die Stellungnahme der Kommissarin hinaus deutlich aus: EU-Spitzenpolitiker verurteilten die Szenen bei der Beisetzung als inakzeptabel; auch zahlreiche Mitgliedstaaten äußerten Besorgnis. In Belgrad hatten nach Medienberichten Tausende an der öffentlichen Totenwache und der anschließenden Beisetzung teilgenommen; Vertreter der serbischen Regierung waren laut Presseberichten ebenfalls anwesend. Diese Kombination aus öffentlicher Verehrung und offizieller Präsenz ist für die EU-Kommission problematisch, weil sie Fragen zur politischen Kultur und zur Aufarbeitung der Kriegsvergangenheit aufwirft. ([tagesschau.de](https://www.tagesschau.de/ausland/europa/serbien-beisetzung-mladic-kritik-eu-100.html?utm_source=openai))
Folgen für den Beitrittsprozess sind nicht automatisch formal: Einseitige Ankündigungen über ein Ende der Verhandlungen liegen nicht vor. Gleichwohl eröffnen die Vorgänge einen politischen Handlungsraum in Brüssel, der zu Aussetzungen formeller Schritte, zur Verschiebung geplanter Besuche oder zu verschärfter Bedingungsprüfungen führen kann. In jedem Fall hat der Vorfall den Druck auf Belgrad erhöht, klare Signale der Versöhnung und des Respekts für die Opfer internationaler Kriegsverbrechen zu senden. Aussagen und Daten in diesem Beitrag stützen sich auf offizielle EU-Pressekonferenzen und Berichte internationaler Nachrichtenagenturen vom 4. bis 8. September 2026.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).