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Nandus bewachen Hühner auf Hof in Wiefelstede

In Wiefelstede setzt Landwirt Heinz‑Gerd Claussen seit Oktober 2026 Nandus ein, um Freilandhühner vor Greifvögeln zu schützen. Laut Hofangaben gab es seither keine Verluste.

Auf dem Hof Claussen in Wiefelstede (Landkreis Ammerland) schützen seit Oktober 2026 Nandus die Freilandherde des Betriebs vor Greifvögeln. Der Landwirt Heinz‑Gerd Claussen berichtet laut NDR, die großen Laufvögel hielten Bussarde und andere Angreifer auf Distanz. Nach Angaben des Hofs sind seit der Einführung der Tiere keine Hühner mehr durch Greifvögel zu Schaden gekommen.

Die Idee, Nandus als „Wachtiere“ einzusetzen, stammt aus Berichten über ähnliche Versuche und wurde von Claussen an die Bedingungen seines Betriebs angepasst. Nandus sind wehrhafte, sehr aufmerksame Tiere. Sie bewegen sich sichtbar im Auslauf, reagieren auf Annäherung mit erhobenem Körper und schnellen Laufbewegungen und wirken damit auf Greifvögel abschreckend. Für die Legehennen bedeutet das zusätzliche Wachsamkeit im Auslauf; der tägliche Betrieb mit Fütterung und Stallgang bleibt unverändert.

Der Ansatz ist unkonventionell, er ersetzt jedoch keine Basissicherung. Nach Darstellung des Hofs bleiben Zäune, Netze und die Strukturierung der Ausläufe – etwa durch Unterstände und Büsche – notwendig, um Hühner vor Luft- und Bodenfeinden zu schützen. Außerdem gilt: Ob der Effekt auch bei anderen Beständen und Flächen eintritt, ist offen und hängt von Lage, Tierdichte und Präsenz von Prädatoren ab. Der Fall in Wiefelstede liefert damit eine praxisnahe Anregung, aber keinen allgemeinen Nachweis.

Für die Haltung von Nandus gelten die üblichen tierschutz- und tierseuchenrechtlichen Vorgaben. Laufvögel benötigen ausreichend Platz, Witterungsschutz und sachkundige Betreuung. Zuständig für Auflagen ist das Veterinäramt. In Zeiten erhöhter Geflügelpestgefahr können zusätzliche Maßnahmen wie Stallpflicht oder überdachte Ausläufe angeordnet werden, die dann auch für Bestände mit Nandus umzusetzen sind. Der Hof betont, die Tiere in die betriebliche Biosicherheit einzubinden und Kontrollen des Bestandsmanagements einzuhalten.

Ökologisch sind Nandus in Norddeutschland kein Unbekannter: In Mecklenburg‑Vorpommern und angrenzenden Regionen haben sich aus Gehegen entflohene Tiere seit Jahren etabliert. Dort diskutieren Behörden über Bestandsregulierung und Schutz landwirtschaftlicher Kulturen. Der Einsatz auf einem geschlossenen Betrieb in Niedersachsen unterscheidet sich jedoch klar von der Situation frei lebender Bestände.

Der NDR hat den Hof Claussen und die Nandu-Haltung Mitte Oktober vorgestellt. Für den Betrieb ist der aktuelle Erfahrungswert positiv: weniger Stress im Auslauf und bislang keine dokumentierten Greifvogelverluste seit Beginn der Maßnahme. Ob andere Freilandhaltungen nachziehen, dürfte von lokalen Gegebenheiten, Rechtslage und Kosten abhängen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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