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Netzhaut-Chip in Lübeck implantiert – neue Option bei Makuladegeneration

NDR meldet: In Lübeck wurde vor drei Wochen einer Patientin mit fortgeschrittener Makuladegeneration ein Netzhaut-Chip eingesetzt. Kliniken sehen darin eine zusätzliche Behandlungsoption für ausgewählte Fälle, die Studienlage bleibt begrenzt.

In Lübeck ist einer Patientin mit fortgeschrittener Makuladegeneration vor rund drei Wochen ein Netzhaut-Chip implantiert worden. Darüber berichtete NDR am 9. Oktober. Der Eingriff fand an der Klinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein in Lübeck statt. Nach Angaben der beteiligten Ärztinnen und Ärzte soll das System ausgewählten Betroffenen helfen, verlorenes zentrales Sehen in begrenztem Umfang wieder nutzbar zu machen.

Die altersbedingte Makuladegeneration führt zum schrittweisen Verlust der Photorezeptoren im Bereich der Makula; das Lesen, Erkennen von Gesichtern und feines Sehen werden stark eingeschränkt. Netzhaut-Implantate wie das PRIMA-System kombinieren einen subretinal platzierten Mikrochip mit einer Brille, die Bildinformationen an das Implantat überträgt. Der Chip stimuliert verbliebene Netzhautschichten elektrisch. In der Praxis erfordert das Training und Anpassungszeit; das resultierende Sehen ist nach heutigem Stand kein „normales“ Sehen.

Studien in Europa und in Deutschland prüfen Nutzen und Risiken dieser Technologie. Auf Tagungen der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft wurden in diesem Herbst erste Auswertungen zu Patientinnen und Patienten mit trockener Spätform der Erkrankung (geografische Atrophie) vorgestellt. Demnach lassen sich bei einem Teil der Behandelten messbare Verbesserungen bestimmter Sehleistungen erzielen, die jedoch von Auflösung, Gesichtsfeld und Kontrastwahrnehmung des Systems begrenzt sind. Die Daten deuten darauf hin, dass sorgfältige Patientenauswahl und eine strukturierte Rehabilitation entscheidend für den Erfolg sind.

Zur Verfügbarkeit gilt: Die Verfahren befinden sich weiterhin in klinischer Prüfung; eine flächendeckende Regelversorgung in Deutschland gibt es nicht. Fragen zur Kostenübernahme und zur langfristigen Nachsorge sind offen. Kliniken betonen, dass Indikationsstellung und Nachbetreuung nur in spezialisierten Zentren erfolgen sollten.

Der nun gemeldete Eingriff in Lübeck zeigt, dass entsprechende Programme in Deutschland aufgebaut werden. Hersteller wie Pixium Vision berichten über fortlaufende Studien mit dem PRIMA-Implantat; unabhängige Auswertungen sollen die Langzeitsicherheit und den funktionellen Nutzen weiter klären. Prognosen zum breiten Einsatz bleiben verfrüht, solange keine belastbaren Ergebnisse aus größeren Patientengruppen und klare Versorgungsstrukturen vorliegen.

Die Meldung beruht auf der Berichterstattung des NDR und auf in Fachkreisen veröffentlichten Informationen zu laufenden Studien. Aussagen zu Wirksamkeit und Risiken sind entsprechend dieser Quellen wiedergegeben; weitergehende Versprechen oder Zeitpläne lassen sich seriös nicht ableiten.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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