Eine internationale Edition hat den persönlichen Briefwechsel von Marie Curie und Albert Einstein aus den Jahren 1911 bis 1932 in kommentierter Form veröffentlicht. Die Ausgabe erschien 2026 in mehreren Sprachen und wurde in Deutschland unter anderem im Instytut Polski Berlin sowie an der Europa‑Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) präsentiert. Herausgeberin ist die Kulturmanagerin Ewa Łabno‑Falęcka, Projektträger auf polnischer Seite ist das Maria‑Skłodowska‑Curie‑Museum in Warschau.
Als Quellen nennt die Edition Archivrecherchen in Paris, Jerusalem, Zürich und Princeton; zentrale Bestände stammen aus dem Albert‑Einstein‑Archiv. Die Sammlung zeigt den Ton und die Themen einer jahrzehntelangen Korrespondenz zweier Nobelpreisträger: fachliche Diskussionen über Radioaktivität und Messverfahren, organisatorische Fragen des internationalen Austauschs sowie persönliche Noten. Curie schrieb überwiegend auf Französisch, Einstein zumeist auf Deutsch.
Zum Umfang liegen unterschiedliche Angaben vor. Verlags- und Projektinformationen führen 32 überlieferte Schreiben auf. Teilweise wurde in Medien von „25 Briefen und einer Postkarte“ berichtet; dies bezieht sich nach Angaben aus dem Umfeld des Projekts auf eine kürzere Auswahlfassung. Die vorliegende bibliophile Ausgabe dokumentiert den vollständigen, editorisch gesicherten Bestand der längeren Zählung.
Historisch ordnen Fachleute den Briefwechsel als Primärquelle zur Wissenschaftsgeschichte der Zwischenkriegszeit ein. Die Dokumente geben Einblick, wie Forschende Reputation, Verantwortung und Kooperation verhandelten, etwa in Gremien des Völkerbund. Zugleich markieren sie die politischen Spannungen jener Jahre: Curie und Einstein thematisierten wiederholt Anfeindungen, darunter den aufkommenden Antisemitismus in Deutschland. Der Austausch verweist damit auch auf die Verwundbarkeit wissenschaftlicher Netzwerke unter politischem Druck.
Die Edition ergänzt bestehende Erschließungen der Einsteinschen Korrespondenz, darunter das international koordinierte Einstein Papers Project. Ihr Mehrwert liegt in der Zusammenschau eines geschlossenen Briefkonvoluts, das wissenschaftliche Arbeit, persönliche Solidarität und zeitgenössische Konflikte in selten dichter Form verbindet.
Der Veröffentlichung gingen und folgten 2026 mehrere öffentliche Präsentationen in Deutschland. In Berlin und in Frankfurt (Oder) wurden Auswahlstücke, editorische Entscheidungen und der historische Kontext diskutiert. Damit ist die historisch bedeutsame, bisher verstreut zugängliche Korrespondenz nun für Forschung und interessierte Öffentlichkeit in einer aktuellen, kommentierten Form erreichbar.
Redakteurin: Celestina Fuentes (Artikel mit KI-Unterstützung).