Die Umweltschutzorganisation Robin Wood hat am 29. Oktober 2026 eine Studie zu Privatjet-Flügen am Flughafen Hamburg vorgelegt. Demnach wurden zwischen 2023 und 2025 insgesamt 20.949 Starts und Landungen von Privatjets registriert. Häufigste Ziele waren Palma de Mallorca mit 448 sowie Sylt mit 441 Bewegungen. Die zugrunde liegende Auswertung stammt vom niederländischen Forschungsinstitut CE Delft.
Für den Dreijahreszeitraum 2023 bis 2025 errechnen die Autorinnen und Autoren eine Klimawirkung von rund 128.000 Tonnen CO₂‑Äquivalenten. Für 2025 allein bewertet Robin Wood die Emissionen der in Hamburg gestarteten Privatjets als besonders hoch. Die Organisation vergleicht die jährliche Klimawirkung mit dem Fußabdruck mehrerer Tausend Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt. Die Angaben stammen aus der Studie und sind Schätzwerte; eine amtliche Emissionsbilanz speziell für Privatjets liegt nicht vor.
Robin Wood fordert als unmittelbare Reaktion ein Start- und Landeverbot für Privatjets am Flughafen Hamburg. Begründet wird dies mit den Hamburger Klimazielen, insbesondere dem Ziel der Klimaneutralität bis 2040. Die Organisation verweist darauf, dass ein erheblicher Teil der Flüge Kurzstrecken betrifft, die etwa nach Sylt auch ohne Flug erreichbar sind. Dabei handelt es sich um eine Positionsäußerung der Umweltorganisation.
Die Untersuchung ordnet die Entwicklung als Fortsetzung eines seit 2023 sichtbaren Trends ein: Ein großer Anteil der privaten Geschäfts- und Freizeitflüge entfällt auf Destinationen in Europa. Palma de Mallorca und Sylt seien dabei besonders nachgefragt. Unabhängige redaktionelle Berichte von NDR und Tagesschau greifen die neuen Zahlen auf und stellen sie in den Kontext der laufenden Debatte über Klimaschutz im Luftverkehr.
Politisch ist die Freie und Hansestadt Hamburg als Mehrheitsgesellschafterin des Flughafens handlungsfähig. Nach Darstellung von Robin Wood könnte die Stadt über Gebühren, Slots und Auflagen Anreize setzen oder Beschränkungen prüfen. Welche Eingriffe rechtlich möglich und wirtschaftlich vertretbar sind, ist offen und Gegenstand weiterer Prüfungen. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Flughafenbetrieb dürften dabei auch Folgen für den Linienverkehr, die Standortattraktivität und den Lärmschutz abwägen.
Die Kernaussagen der Studie beziehen sich auf den Zeitraum 2023 bis 2025; vorgestellt wurden sie am 29. Oktober 2026. Damit handelt es sich um neue, aktuell veröffentlichte Auswertungen, die die Debatte in Hamburg und darüber hinaus neu anstoßen könnten.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).