Neun Agrar- und Verbraucherschutzministerinnen und -minister der Union haben Bundeskanzler Friedrich Merz am 11. Oktober 2026 in einem gemeinsamen Schreiben aufgefordert, die geplante Zuckersteuer nicht weiterzuverfolgen. Das Schreiben ging nach übereinstimmenden Medienberichten an das Bundeskanzleramt und an Unionsfraktionschef Thorsten Frei. Der Vorgang wurde unter anderem von Deutschlandfunk sowie durch eine Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bestätigt.
Zu den Unterzeichnenden zählt die bayerische Staatsministerin Michaela Kaniber. Sie und ihre Kolleginnen und Kollegen argumentieren, eine Zuckersteuer belaste landwirtschaftliche Betriebe und mittelständische Getränkehersteller zusätzlich. Verweise gelten dabei den gestiegenen Kosten für Betriebsmittel wie Dünger und Diesel sowie möglichen Nachteilen für die Zuckerwirtschaft. Diese Position ist den Berichten zufolge der Kern des Protests; konkrete Begleitvorschläge zur Gesundheitsprävention wurden in dem Brief nicht öffentlich.
Hintergrund ist eine laufende Debatte in der Bundesregierung über Maßnahmen zur Reduktion des Zuckerkonsums. Nach Medienangaben wurde ein Gesetzentwurf zur Zuckersteuer im Bundeskanzleramt zeitweise als nicht mehrheitsfähig eingeschätzt. Zugleich heißt es, das Vorhaben bleibe grundsätzlich in der politischen Diskussion. Offizielle Reaktionen aus dem Bundeskanzleramt auf den aktuellen Brief lagen am späten Sonntag noch nicht vor.
Der Konflikt markiert eine klare Interessenlinie: Befürworter einer Zuckersteuer verweisen auf gesundheitspolitische Ziele, insbesondere die Verringerung ernährungsbedingter Krankheiten. Die Unions-Landesminister sehen hingegen wirtschaftliche Risiken für die Agrar- und Lebensmittelbranche und warnen vor Preis- und Wettbewerbsfolgen. Diese Zuschreibungen beruhen auf den genannten Medienberichten und der bayerischen Mitteilung; eine eigenständige Bewertung der finanziellen oder gesundheitlichen Effekte enthält der Brief nach vorliegenden Informationen nicht.
Wie es weitergeht, hängt von den anstehenden Abstimmungen in der Bundesregierung und in der Koalition ab. Offen ist, ob Ressorts an einem Steuermodell festhalten, ob Alternativen wie verbindliche Reduktionsziele für Zucker oder eine stärkere Kennzeichnung vorgezogen werden und welche Positionen die Länder im Bundesrat einnehmen. Konkrete Zeitpläne wurden nicht bekannt.
Die Informationen in diesem Bericht beruhen auf Meldungen vom 11. Oktober 2026 sowie auf der Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Weitere Einzelheiten, etwa der vollständige Wortlaut des Schreibens, wurden von den zitierten Quellen nicht veröffentlicht.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).