Am 18. September 2026 hat nichtärztliches Personal am MEDICLIN Müritz-Klinikum in Waren (Müritz) einen unbefristeten Streik begonnen. Die Gewerkschaft ver.di hatte zum Ausstand aufgerufen. Nach ihren Angaben beteiligen sich rund 60 Beschäftigte, etwa ein Drittel der betroffenen Belegschaft. Die Klinik arbeitet mit Notbesetzungen; planbare, nicht dringliche Operationen und Behandlungen werden teilweise verschoben. Beide Seiten betonen die Sicherstellung der Notfallversorgung.
Auslöser ist ein Tarifkonflikt für das nichtärztliche Personal. Ver.di fordert einen verbindlichen Tarifvertrag unter anderem für Pflege- und therapeutische Berufe. Der Arbeitgeber hatte demnach eine Betriebsvereinbarung angeboten, die aus Sicht der Gewerkschaft keine ausreichende tarifliche Absicherung und Einkommensregelung bietet. Die Klinikleitung signalisiert laut Berichten Gesprächsbereitschaft und verweist darauf, dass die Akutversorgung für die Region gewährleistet bleibe.
Der Arbeitskampf folgt auf eine Reihe von Warnstreiks seit April 2026. Ver.di beziffert die Summe der Aktionstage vor dem jetzigen Schritt auf 13. Mit dem unbefristeten Ausstand will die Gewerkschaft den Druck in den Verhandlungen erhöhen. Konkrete neue Gesprächstermine wurden zunächst nicht bekannt. Welche Zugeständnisse MEDICLIN inhaltlich erwägt, blieb offen.
Für Patientinnen und Patienten in der Müritz-Region dürfte sich der Streik vor allem in verschobenen planbaren Eingriffen und längeren Wartezeiten bemerkbar machen. Notfälle und medizinisch dringliche Behandlungen sollen regulär versorgt werden. Rechtlich gelten in Kliniken besondere Notdienstregelungen, die in Abstimmung zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaft festgelegt werden. Beide Seiten verweisen darauf, diese Vorgaben einzuhalten.
In Waren und Röbel sind nach Gewerkschaftsangaben begleitende Aktionen und Kundgebungen geplant, unter anderem am Warener Bürgersaal. Auf kommunaler Ebene hatten die Bürgermeister beider Städte bereits in früheren Runden vermittelt. Eine Einigung liegt bislang nicht vor.
Das Müritz-Klinikum fungiert als Akutkrankenhaus der Grund- und Regelversorgung für die Region um Waren (Müritz). Die Leitung des Hauses hebt hervor, dass die Versorgung der Bevölkerung trotz Streiks gesichert bleiben solle. Ver.di hält dem entgegen, dass verlässliche tarifliche Regelungen nötig seien, um Personal zu halten und die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Wie lange der Ausstand andauert, ist offen; sein Verlauf dürfte die Versorgungslage in Mecklenburg-Vorpommern regional spürbar beeinflussen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).