Die Landesregierung von Niedersachsen hat am 6. Oktober 2026 das Wiederbewaldungs- und Waldentwicklungsprogramm Harz beschlossen. Es sieht für die nächsten zehn Jahre Investitionen von rund 130 Millionen Euro vor. Damit sollen vor allem durch Trockenheit, Stürme und Borkenkäfer stark geschädigte Fichtenbestände in klimaangepasste Laubmischwälder umgebaut werden. Die Niedersächsische Landesforsten übernehmen die operative Umsetzung.
Nach Angaben der Landesregierung wird der Großteil der Finanzierung, etwa 117 Millionen Euro, aus zweckgebundenen Rücklagen der Niedersächsische Landesforsten und aus dem land- und forstwirtschaftlichen Bereich des Sondervermögens Wirtschaftsförderfonds gedeckt. Zusätzliche Mittel des Bundes oder der Europäischen Union sind derzeit nicht zugesichert. Das Programm bündelt Aufforstung, Pflege und die Förderung der Naturverjüngung mit dem Ziel, Schutz-, Nutz- und Erholungsfunktionen des Waldes langfristig zu sichern.
Im Mittelpunkt steht der Strukturwandel hin zu laubholzreichen Beständen, die als widerstandsfähiger gegen Klimafolgen gelten. Das betrifft Baumartenwahl, Mischungsanteile und Pflegekonzepte ebenso wie Jagd- und Wildmanagement, damit junge Laubbäume aufkommen können. Zugleich weist das Kabinett darauf hin, dass der Umbau die forstliche Bewirtschaftung verändert: Holzerträge, Eingriffsintervalle und die Zeit bis zur wirtschaftlichen Nutzung verschieben sich. Aus Sicht der Forstverwaltung erhöht der Umbau jedoch die ökologische Stabilität und mindert Risiken durch künftige Trockenperioden.
Konkrete Zeitpläne, Flächengrößen und Prioritätsgebiete wurden im Beschluss nur umrissen. Für die belastbare Umsetzung sind nun Maßnahmenpläne, Ausschreibungen sowie Abstimmungen mit Landkreisen und Forstämtern angekündigt. Bereits laufende Projekte der Niedersächsische Landesforsten und Erfahrungen aus Pflanzaktionen sollen einfließen. Umweltminister Christian Meyer betonte den langfristigen Charakter des Vorhabens und verwies auf die Nutzung bestehender Rücklagen, um Planungssicherheit zu schaffen.
Der Harz steht seit Jahren für die sichtbaren Folgen der Klimakrise in deutschen Mittelgebirgswäldern. Kahlflächen, abgestorbene Fichten und ein hoher Aufwand für Verkehrssicherung haben die Region stark geprägt. Mit dem nun beschlossenen Programm will die Landesregierung den Übergang zu vielfältigen, standortgerechten Wäldern beschleunigen. Die weitere Ausgestaltung hängt von den anstehenden Fachplanungen ab; ihre Ergebnisse sollen die zeitliche Staffelung der Mittel und die Reihenfolge der Wiederbewaldungsflächen konkretisieren.
Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).