In Linsburg sind am 29. September 2026 neue Peilsender zur Suche nach Nestern der Asiatischen Hornisse erprobt worden. Nach Angaben des NDR befestigten Fachleute sehr leichte Sender an einzelnen Tieren und werteten die Positionssignale per App gemeinsam aus. Ziel ist, Standorte von Nestern zügiger zu bestimmen, um Eingriffe zu beschleunigen und Schäden an Bienenvölkern zu verringern.
Der Versuch ergänzt das landesweite Monitoring in Niedersachsen. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) erfasst Nachweise der Art seit 2024 und koordiniert Meldungen aus der Bevölkerung sowie aus Fachstellen. Die Behörden betonen, dass Eingriffe an Nestern ausschließlich geschulten Teams vorbehalten sind; eigenmächtiges Vorgehen gilt als riskant und ist zu unterlassen.
Die getesteten Systeme stammen laut Beteiligten aus der Schweiz, wo sie bereits in Feldversuchen eingesetzt wurden. Technisch kombinieren sie sehr leichte Sender mit Verfahren der Triangulation: Aus mehreren Messpunkten und Flugrichtungen lässt sich die wahrscheinliche Lage eines Nestes eingrenzen. In der Fachpraxis werden sowohl Radiotelemetrie als auch lokale Bluetooth- oder GPS-Varianten als Ergänzung zur klassischen Sucharbeit genutzt. Herausforderungen bleiben die zuverlässige Befestigung der Sender an den Tieren, die Signalgenauigkeit in bewaldeten oder dicht bebauten Gebieten sowie eine datensparsame Organisation der bürgerlichen Mithilfe.
Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) breitet sich seit einigen Jahren in Teilen Deutschlands aus. In Niedersachsen wurden seit 2024 vermehrt Funde dokumentiert. Für Imkereien und heimische Bestäuber gilt vor allem der spätsommerliche Jagddruck als Problem, wenn Arbeiterinnen gezielt an Bienenständen auf Beutezug gehen. Fachleute verweisen darauf, dass frühe Nestlokalisierung und fachgerechte Entfernung vor dem Saisonhöhepunkt die Wirksamkeit deutlich erhöhen können.
Die Linsburger Erprobung soll zeigen, ob die neuen Sender die Suche spürbar beschleunigen und verlässliche Entfernungs- und Richtungsangaben liefern. Nach Auswertung der Daten wollen die beteiligten Stellen entscheiden, in welchem Rahmen die Technik in Niedersachsen häufiger eingesetzt werden kann. Unabhängig davon bleibt das landesweite Meldewesen zentral: Sichtungen mit Foto, Fundort und Datum unterstützen die Behörden, Schwerpunkte zu erkennen, Einsätze zu priorisieren und Schutzmaßnahmen für Bienenstände besser zu planen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).