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Niedersachsen wirbt in Berlin für Lockerung des Verbrenner-Aus 2035

Nach einer deutsch-französischen Verständigung zur möglichen Abschwächung der EU‑Regeln drängt Niedersachsen in Berlin auf Spielräume beim Verbrenner-Aus. Ministerpräsident Stephan Weil und Umweltminister Olaf Lies verweisen auf Beschäftigung und den Automobilstandort.

Niedersachsen hat am 22. Oktober 2026 seine Initiative bekräftigt, in Berlin und Brüssel für eine Lockerung des Verbrenner-Aus 2035 zu werben. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Umweltminister Olaf Lies (SPD) verweisen auf die wirtschaftliche Bedeutung der Automobilindustrie im Land, den Anteil Niedersachsens an Volkswagen sowie auf soziale und regionale Folgen eines strikten Neuzulassungsverbots für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren.

Unmittelbarer Anlass ist eine am 16. Oktober 2026 bekannt gewordene deutsch-französische Verständigung, die statt eines vollständigen Neuzulassungsverbots ab 2035 Übergangsregelungen oder niedrigere Zielvorgaben prüft. Vertreter der Bundesregierung und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz äußerten sich offen für Gespräche; Klimaschutzorganisationen warnen hingegen, Abstriche gefährdeten die Emissionsziele. Die Landesregierung betont, es gehe nicht um ein Festhalten am Verbrenner, sondern um technologieneutrale Lösungen und sozial verträgliche Übergänge.

Rechtlich entscheidet nicht Berlin allein: Maßgeblich sind die europäischen Flottenvorgaben, über die EU-Kommission, Rat und Europäisches Parlament befinden. Niedersachsen sucht dennoch Einfluss über die Bundesregierung. Aus dem Land werden vor allem zwei Punkte adressiert: erstens klar definierte Ausnahmen für synthetische Kraftstoffe, zweitens längere Übergangsfristen für Hersteller und Käufer in besonders betroffenen Regionen.

Als inhaltliche Basis nennt Hannover den im Oktober 2025 vorgelegten Zukunftspakt Mobilität 2035. Darin bündelt das Land industrie- und arbeitsmarktpolitische Maßnahmen für die Transformation. Hintergrund ist die starke Verflechtung von Zulieferern, Forschungseinrichtungen und Endmontage im Raum Wolfsburg, Braunschweig und Hannover. Volkswagen spielt dabei eine Schlüsselrolle; das Land ist an dem Konzern beteiligt und verweist auf die Sicherung qualifizierter Beschäftigung.

Politisch zeichnet sich ein breites, aber kontroverses Bündnis ab: Teile der SPD-geführten Landesregierung und die Union unterstützen eine Abmilderung, Wirtschaftsverbände fordern Planungssicherheit und Offenheit für verschiedene Antriebe. Umweltverbände und Teile der Wissenschaft warnen, ein Aufweichen verzögere die Verkehrswende und verteuere die Zielerreichung. Diese Positionen sind als Zuschreibungen zu verstehen; verbindliche Vorgaben entstehen erst durch formale EU-Beschlüsse.

In den kommenden Wochen will Niedersachsen seine Forderungen in Berlin und gegenüber europäischen Akteuren präzisieren. Aus Sicht der Landesregierung ist entscheidend, Transformationspfade verlässlich zu gestalten und zugleich Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz miteinander zu verbinden. Über konkrete Änderungen am Rechtsrahmen entscheidet das europäische Gesetzgebungsverfahren.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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