Aktuell

Niedersächsische Landesforsten testen Elektrolanze im Kleckerwald

Im Kleckerwald im Landkreis Harburg erproben die Niedersächsischen Landesforsten heute eine handgeführte Elektrolanze gegen den Japanischen Staudenknöterich.

Im Kleckerwald im Landkreis Harburg erproben die Niedersächsischen Landesforsten am 6. Oktober den Einsatz einer handgeführten Elektrolanze gegen Bestände des Japanischen Staudenknöterichs. Nach Behördenangaben wird ein elektrischer Impuls von bis zu 5.000 Volt über die Lanzenspitze direkt in die Pflanze geleitet. Die starke Erwärmung des Zellwassers soll Sprosse und Rhizome schädigen und die Staude abtöten. Die Demonstration wird vor Ort dokumentiert und fachlich begleitet.

Als Vorteil gegenüber großflächigen Herbizid-Anwendungen wird die gezielte Einzelpflanzenbehandlung genannt. Ein beteiligter Gartenbauer beschreibt die praktische Ausführung als Behandlung „bis es zischt oder knallt“ – ein Hinweis darauf, dass das Gewebe zerstört ist. Zugleich betonen die Landesforsten, dass der Versuch Teil einer laufenden Prüfung ist und Rückmeldungen zu Aufwand, Wirkungsgrad und möglichen Nebeneffekten systematisch erhoben werden sollen.

Der Japanische Staudenknöterich gilt als besonders hartnäckig: Er kann dichte Bestände bilden, einheimische Arten verdrängen und Infrastrukturen beeinträchtigen. Fachstellen in Niedersachsen verweisen seit Längerem auf kombinierte Strategien aus mechanischen, biologischen und, wo zulässig, chemischen Verfahren. Die Elektrolanze ist dabei ein ergänzendes Werkzeug für die punktgenaue Bekämpfung. Techniken dieses Typs, teils unter der Handelsbezeichnung Rootwave, wurden in kommunalen Pilotprojekten bereits erprobt; belastbare Vergleiche der Langzeitwirkung gegenüber etablierten Methoden liegen jedoch erst punktuell vor.

Rechtliche Rahmenbedingungen bleiben maßgeblich: In oder nahe Schutzgebieten greifen Vorgaben aus Pflanzenschutz- und Naturschutzrecht. Die Landwirtschaftskammer weist darauf hin, dass für den fachgerechten Einsatz eine qualifizierte Durchführung, eine Dokumentation und gegebenenfalls behördliche Genehmigungen erforderlich sind. Der Pflanzenschutzdienst Niedersachsen informiert ergänzend über Biologie und Ausbreitung des Staudenknöterichs sowie über anerkannte Bekämpfungswege.

Der heutige Termin dient vorrangig der Erprobung unter Praxisbedingungen im Waldrevier. Ergebnisse zur Wirksamkeit werden nach Angaben der Organisatoren erst nach wiederholten Kontrollen und über eine ganze Vegetationsperiode erwartet. Aussagen zur dauerhaften Unterdrückung des Rhizomnetzwerks gelten daher als vorläufig. Begleitende Berichte, unter anderem im NDR Fernsehen in der Sendung Hallo Niedersachsen, stellen die Methode und ihre Grenzen vor. Eine Einordnung, ob die Elektrolanze künftig häufiger in Niedersachsen zum Einsatz kommt, hängt von den dokumentierten Resultaten, den Kosten pro Fläche und der Vereinbarkeit mit Schutzgebietsauflagen ab.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk