Die Stadt Nürnberg bündelt die Bekämpfung der Großen Drüsenameise im Stadtgebiet und ruft Eigentümer sowie Bauträger zu abgestimmten Maßnahmen auf. Anlass sind laborbestätigte Nachweise der Art in den Stadtteilen Hasenbuck und Lichtenreuth sowie wiederholte Beschwerden. Nach Angaben der Stadtverwaltung laufen seit Mitte August 2026 Gespräche mit betroffenen Flächeneigentümern, um ein gemeinsames Vorgehen zu vereinbaren. Eine Informationsveranstaltung mit Fachleuten, darunter die Biologin Heike Feldhaar von der Universität Bayreuth, fand Anfang Oktober 2026 statt.
Die Große Drüsenameise, wissenschaftlich Tapinoma magnum, bildet großräumige Superkolonien mit sehr hoher Individuenzahl. Sie nistet in und an Gebäuden, unter Pflaster und in Pflanzgefäßen. Wegen ihrer Anpassungsfähigkeit und Winterhärte breitet sie sich seit einigen Jahren auch in Mitteleuropa aus; Funde in Bayern sind seit 2024 dokumentiert. Fachleute und Behörden verweisen auf mögliche ökonomische und infrastrukturelle Folgen, etwa Störungen bei Pflasterflächen, in Gärten oder an Leitungen.
Die Stadt Nürnberg setzt auf zwei Grundsätze: Erstens sollen Verdachtsfälle gemeldet werden, damit Befallslagen lokal erfasst und bestätigt werden können. Zweitens sind viele Nester auf Privatgrundstücken zu bekämpfen, wofür die Mitwirkung der Eigentümer entscheidend ist. Bei einem Termin mit dem Bürgerverein Hasenbuck erläuterte Heike Feldhaar die wichtigsten Ausbreitungswege, vor allem die Verschleppung mit Pflanzen und Erde, und beschrieb bewährte Schritte zur Eingrenzung. Für größere Flächen und öffentliche Infrastruktur bereitet die Stadt koordinierte Einsätze vor und empfiehlt die Einschaltung spezialisierter Dienstleister, wenn es die Lage erfordert.
Rechtlich zählt Tapinoma magnum bislang nicht zur Liste der unionsweit regulierten invasiven Arten nach der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014. Zuständigkeiten und Maßnahmen liegen damit überwiegend auf kommunaler und Landesebene. Die Stadt Nürnberg bindet nach eigenen Angaben das Bayerische Landesamt für Umwelt und universitäre Forschung in die Strategie ein und will Bauträger sowie Investoren gezielt informieren. Konkrete Kosten nannte die Verwaltung bisher nicht.
Hintergrund und Interessenlage: Die Stadt verfolgt das Ziel, lokale Schäden zu begrenzen und eine unkontrollierte Ausbreitung zu verhindern. Fachleute werben für ein koordiniertes, frühzeitiges Vorgehen, da sich Superkolonien ohne Gegenmaßnahmen über Jahre verfestigen können. Prognosen zur weiteren Verbreitung bleiben unsicher; sie hängen von Witterung, Baumaßnahmen und der Sorgfalt beim Transport von Erde und Pflanzen ab. Klar ist: Ohne systematisches Melden, gesicherte Bestimmungen und vereinbarte Bekämpfungsschritte auf privaten wie öffentlichen Flächen sinken die Erfolgsaussichten deutlich.
Redakteur: Andreas M. Brucker (Artikel mit KI-Unterstützung).