Freistaat Bayern und Stadt Nürnberg wollen die seit Jahren mit Regenwasser gefüllte Baugrube am Aufseßplatz, von Anwohnerinnen und Anwohnern „Lago di Aufseß“ genannt, zügig beseitigen. Nach Angaben der Bayerischen Staatsregierung vom 18. September 2026 übernimmt die staatliche Wohnbaugesellschaft BayernHeim das Projekt und entwickelt das Schocken-Carré gemeinsam mit dem Siedlungswerk Nürnberg weiter. Demnach sollen vorbereitende Arbeiten wie das Auspumpen und Trockenlegen noch im Herbst 2026 beginnen.
Der Schritt beendet einen langen Stillstand nach dem Abriss des früheren Kaufhauses Schocken in der Nürnberger Südstadt. Die Stadt Nürnberg registrierte wiederholt Beschwerden über die provisorisch eingezäunte Grube: mangelnde Aufenthaltsqualität, Geruchsbelastung, stehendes Wasser mit erhöhtem Insektenaufkommen sowie Hinweise auf Ratten. Im Nürnberger Stadtrat war das Areal zuletzt parteiübergreifend Thema; Fraktionen drängten auf belastbare Zeitpläne.
Auf dem rund 7.000 Quadratmeter großen Grundstück sind laut Mitteilung etwa 200 Mietwohnungen geplant, davon rund 126 als öffentlich geförderte Wohnungen mit vergünstigten Mieten. Ergänzend vorgesehen sind ein Supermarkt, ein Familienzentrum mit Kita-Plätzen, eine Beratungsstelle und Praxisflächen. Der Baubürgermeister nannte als Ziel eine Fertigstellung bis 2029. Konkrete, verbindliche Angaben zu Gesamtkosten, abschließenden Förderzusagen und detaillierten Bauetappen über den Herbst 2026 hinaus lagen am Donnerstag nicht vor.
Der Freistaat Bayern und die Stadt Nürnberg betonen, mit dem Vorhaben bezahlbaren Wohnraum in innenstadtnaher Lage zu schaffen. Zugleich fordern Anwohnerinnen und Anwohner sowie einzelne Stadtratsfraktionen begleitende Maßnahmen, um während der Trockenlegung Gesundheits- und Sicherheitsrisiken zu minimieren. Dazu zählen ein engmaschiges Schädlingsmonitoring, klare Verkehrsführungen für Baustellenfahrzeuge und gesicherte Zugänge zu umliegenden Einrichtungen.
Die Ankündigung stützt sich auf eine Pressemitteilung der Bayerischen Staatsregierung; regionale Medien wie BR24 und die Nürnberger Presse berichten übereinstimmend. Entscheidend für den Zeitplan sind nun zügige Vergaben, wasserrechtliche Freigaben für das Abpumpen und der abgestimmte Lärmschutz während der Bauphase. Ob das Zieljahr 2029 hält, hängt laut Planern von Genehmigungen, Baukonjunktur und Förderkonditionen ab. Die Stadt kündigte an, den Fortgang im Stadtrat regelmäßig zu berichten.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).