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Okertalsperre auf Rekordtief – Betreiber sehen Trinkwasserversorgung gesichert

Die Okertalsperre im Harz ist mit 16,6 Prozent so leer wie nie seit Messbeginn. Nach Angaben der Harzwasserwerke ist die Trinkwasserversorgung in Niedersachsen dennoch gewährleistet.

Die Okertalsperre im Harz hat nach aktuellen Betreiberangaben einen historischen Tiefstand erreicht: Am 20. Oktober 2026 lag der Füllstand bei 16,6 Prozent und damit niedriger als beim bisherigen Minimum von rund 17 Prozent im Dezember 2022. Die Werte sind in den Messreihen der Harzwasserwerke und in den Pegelmeldungen des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) dokumentiert.

Trotz des Rekordtiefs sehen die Harzwasserwerke die Versorgung mit Trinkwasser nicht gefährdet. Die Okertalsperre verfügt über kein eigenes Wasserwerk zur Trinkwasseraufbereitung; die öffentliche Versorgung in der Region wird überwiegend aus ausgewiesenen Trinkwassertalsperren und aus Grundwasser gespeist. Diese Trinkwasserspeicher seien derzeit zu etwa 45 Prozent gefüllt, teilte das Unternehmen am 20. Oktober mit. Behörden und Betreiber verweisen zugleich darauf, dass die Lage laufend beobachtet und der Betrieb des Talsperrenverbunds an die hydrologischen Bedingungen angepasst werde.

Als Hauptursache für den außergewöhnlich niedrigen Pegel nennen Fachleute die anhaltende Trockenheit und eine seit rund eineinhalb Jahren unterdurchschnittliche Niederschlagsbilanz im Harz. Die Okertalsperre ist Teil eines regionalen Verbunds, zu dem auch die Innerstetalsperre und die Granetalsperre gehören. Deren Steuerung dient sowohl dem Hochwasserschutz als auch der Stützung von Niedrigwasser in den Fließgewässern. Nach Einschätzung von Hydrologinnen und Hydrologen können sich sehr niedrige Speicherstände künftig häufen, weil sich Niederschlagsmuster infolge des Klimawandels verändern. Daraus könnten weitere Anpassungen in der Wasserbewirtschaftung folgen, etwa bei Speichervorräten, Prioritäten in der Nutzung und beim technischen Betrieb.

Die Folgen sind auch an Land sichtbar: In Uferbereichen der Okertalsperre sind in den vergangenen Wochen Relikte des überfluteten Ortes Alt-Schulenberg zum Vorschein gekommen. Das hat den Ausflugsverkehr erhöht und zugleich Sicherheitsfragen aufgeworfen. Behörden und die Harzwasserwerke bitten Besucherinnen und Besucher, gesperrte Bereiche zu meiden und Hinweisschilder zu beachten, um die Uferökologie nicht zu schädigen und Unfälle zu vermeiden.

Die gemeldeten Füllstände und Einordnungen beziehen sich auf den 20. Oktober 2026. Unabhängig von der derzeit gesicherten Trinkwasserversorgung gilt: Für die kommenden Monate hängt die Entwicklung der Pegel maßgeblich von den Niederschlägen im Einzugsgebiet ab. Prognosen über die Geschwindigkeit einer möglichen Erholung sind daher nur unter Vorbehalt möglich.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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