Mecklenburg-Vorpommern

Outokumpu stoppt geplante Anlage in Mukran

Der finnische Edelstahlhersteller zieht die Ansiedlung einer Biokohlenstoffanlage im Hafen Mukran auf Rügen zurück. Als Gründe nennt Outokumpu veränderte Rahmenbedingungen und zu geringe Möglichkeiten zur Abnahme von Abwärme.

Outokumpu hat die geplante Ansiedlung einer Biokohlenstoffanlage im Hafen Mukran bei Sassnitz abgesagt. Das Unternehmen bestätigte, dass der bereits geschlossene Mietvertrag mit der Fährhafen Sassnitz GmbH im gegenseitigen Einvernehmen aufgehoben wurde. Als Gründe führt Outokumpu Veränderungen im operativen Umfeld und begrenzte Möglichkeiten zur Wärmeabnahme in der Region an.

Die Entscheidung beendet ein Industrievorhaben, das Ende 2024 öffentlich gemacht worden war. Damals hatte Outokumpu eine Investition von rund 40 Millionen Euro angekündigt. Vorgesehen war eine Biokohlenstoffanlage mit einer Jahreskapazität von bis zu 15.000 Tonnen, die als Rohstoff für die Stahlerzeugung dienen und zugleich Prozesswärme vor Ort nutzbar machen sollte. Die Pläne galten für Sassnitz und den Mukran Port als Signal für neue industrielle Wertschöpfung am Standort.

Mit dem Rückzug entfallen die mit der Ansiedlung verknüpften Erwartungen an direkte Arbeitsplätze, zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen und eine lokale Nutzung von Abwärme. Konkrete Zahlen zu Arbeitsplatz- und Einnahmeeffekten lagen von Outokumpu, der Fährhafen Sassnitz GmbH oder der Stadt bisher nicht vor. Die Hafenbetreiber haben die Vertragsaufhebung bestätigt, nähere Angaben zu möglichen Entschädigungen oder zu Alternativnutzungen der vorgesehenen Flächen machten die Beteiligten nicht.

Politisch und wirtschaftlich trifft die Absage auf eine Region, die in den vergangenen Jahren verstärkt in Hafen- und Energieinfrastruktur investiert hat. In Mecklenburg-Vorpommern war die Einbindung industrieller Ansiedlungen in regionale Wärmenetze Teil laufender Debatten über Versorgungssicherheit und Standortqualität. Die eingeschränkte Wärmeabnahme, die Outokumpu nun als maßgeblichen Hinderungsgrund nennt, verweist auf anhaltende Abstimmungsbedarfe zwischen industriellen Projekten, kommunaler Energieplanung und Hafenentwicklung.

Unberührt von der Absage bleiben allgemeine Ausbaupläne des Standorts Mukran, die Hafenbetriebe und kommunale Gesellschafter unabhängig von einzelnen Investoren vorantreiben wollen. Welche Projekte an die Stelle der nicht realisierten Biokohlenstoffanlage treten könnten, ist offen. Aussagen zu neuen Interessenten oder zu einem veränderten Nutzungskonzept für die betroffene Fläche lagen am Veröffentlichungstag nicht vor.

Aus Sicht des Unternehmens ist der Schritt eine betriebswirtschaftliche Anpassung. Aus Sicht der Kommune ist er ein Rückschlag für die angestrebte stärkere Industrialisierung des Hafens. Ob sich die Rahmenbedingungen für eine spätere Wärmeabnahme oder eine ähnliche Anlage ändern, bleibt derzeit eine offene Frage und ist von weiteren Entscheidungen im Land, in Sassnitz und am Mukran Port abhängig.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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