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Pfalz: Grauburgunder zeigt 2026 ungewohnt roséfarbenen Ton

Winzer in der Pfalz melden geringere Erntemengen, aber gesundes Lesegut. Auffällig: Grauburgunder fällt teils mit roséartiger Farbe auf.

Am 17. September 2026 ziehen Winzer und Fachstellen in der Pfalz eine frühe Bilanz der laufenden Lese. Nach einem heißen, trockenen Sommer berichten sie von unterdurchschnittlichen Erntemengen, zugleich aber von überwiegend gesundem Lesegut. Besonders ins Auge fällt ein Phänomen beim Grauburgunder: In vielen Betrieben zeigt die Rebsorte in diesem Jahr deutlich bronzierte bis roséartige Farbtöne, wie SWR Aktuell meldet.

Als Hauptursachen nennen Winzer die lange Sonnenscheindauer und anhaltende Trockenphasen. Die Beeren seien kleiner gewachsen und sehr reif, was zu konzentrierten Aromen geführt habe. Der Weinwissenschaftler Ulrich Fischer vom DLR Rheinpfalz wird von SWR Aktuell mit der Einschätzung wiedergegeben, dass die Witterung die Säure- und Farbausprägung gefördert habe. Dadurch seien nicht nur kräftigere Rotweine, sondern auch Grauburgunder mit ungewohnt intensivem Farbton möglich. Bei Grauburgunder ist eine Tönung grundsätzlich nicht ungewöhnlich, da die Schalen natürlich grau-rosé gefärbt sind; Umfang und Sichtbarkeit der Farbe hängen jedoch stark von Jahrgang und Ausbau ab.

Die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz verweist in aktuellen Hinweisen darauf, dass der Pilzdruck in vielen Lagen gering blieb und die Traubenqualität breit als gut eingestuft wird, die Erträge aber unter der Trockenheit gelitten haben. Zugleich betont die Kammer, dass Lage, Rebsorte und Kellertechnik die spätere Weinfarbe mitbestimmen: Kurze Maischestandzeiten, sanftes Pressen und kühle Vergärung führen tendenziell zu helleren Weinen; intensiverer Schalenkontakt kann die roséartigen Reflexe verstärken. Entsprechend wird die Erscheinung nicht in allen Betrieben gleichermaßen ausgeprägt sein.

Ökonomisch bedeutet der Jahrgang für die Pfalz Gegenläufiges: Geringere Mengen belasten insbesondere Fassweinbetriebe, während qualitätsorientierte Erzeuger von dichterer Frucht profitieren können. Für Verbraucher ist die Farbnuance beim Grauburgunder kein Hinweis auf einen Mangel. Fachleute erwarten frische, aromatisch geprägte Weine. Aussagen über Marktpreise und Trinkreife bleiben vorläufig; erste Abfüllungen des Jahrgangs werden voraussichtlich 2027 in den Verkauf kommen.

Die Pfalz ist nach Rheinhessen das zweitgrößte deutsche Anbaugebiet. Wie der Jahrgang 2026 dort im Detail ausfällt, wird sich erst nach Abschluss der Weinlese 2026 und der Kellerarbeiten zeigen. Bis dahin bleibt der roséartige Ton beim Grauburgunder ein markantes, aber je nach Betrieb unterschiedlich stark ausgeprägtes Kennzeichen dieses Witterungsjahres in Rheinland-Pfalz.

Redakteur: Daniel Mayer (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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