Vor der Halbinsel Darß in Mecklenburg-Vorpommern hat das schwere Arbeitsschiff Pioneering Spirit am 1. Oktober 2026 seinen Einsatz für den Offshore-Windpark Gennaker aufgenommen. Nach grenzpolizeilichen Kontrollen durch die Bundespolizeiinspektion Rostock verlegte das Schiff in das Baufeld nördlich des Darß, um die beiden Umspannplattformen auf vorbereitete Fundamente zu setzen. Angaben dazu machten beteiligte Unternehmen und Behörden übereinstimmend.
Die Pioneering Spirit ist für großformatige Hebe- und Installationsarbeiten konzipiert. Im Projekt Gennaker wird sie die Umspannplattformen OSS Darß und OSS Zingst auf Position bringen. Diese Stationen bündeln den von den Offshore-Anlagen erzeugten Strom und leiten ihn über Seekabel an Land. 50Hertz, der Übertragungsnetzbetreiber, führt die Netzanbindung unter der Bezeichnung Netzanbindung OST-6-1 und ordnet die Plattformen als zentrale Bausteine der Ostsee-Infrastruktur ein.
Die Bundespolizeiinspektion Rostock begründete ihre Kontrolle mit den Dimensionen des Schiffs und den formalen Vorgaben für international verkehrende Einheiten, die deutsche Hoheitsgewässer anlaufen. Solche Überprüfungen sind bei außergewöhnlich großen Arbeitsfahrzeugen in der Ostsee gängige Praxis. Konkrete Beeinträchtigungen des Schiffsverkehrs wurden von den Behörden nicht gemeldet; zeitweilige Sperr- und Sicherheitszonen um die Baustelle gelten als üblich.
Der Aufbau der Umspannplattformen zählt zu den technisch anspruchsvollsten Abschnitten eines Offshore-Projekts. Nach Unternehmensangaben sind präzise Hebevorgänge und enge Wetterfenster entscheidend, damit die massereichen Aufbauten sicher auf den Fundamentstrukturen verankert werden können. Allseas, Betreiber der Pioneering Spirit, verweist auf frühere Installationen ähnlicher Anlagen in Nord- und Ostsee.
Zum Zeitplan für die vollständige Inbetriebnahme der beiden Plattformen machten die beteiligten Firmen am Dienstag keine detaillierten Angaben. Mit der Installation setzt das Projektteam jedoch einen zentralen Meilenstein für die Anbindung des Windparks Gennaker an das Übertragungsnetz. Regional erwarten Häfen, Zulieferer und maritime Dienstleister zusätzliche Auslastung; überregional zielt das Vorhaben auf eine Erhöhung der Offshore-Einspeisekapazitäten im deutschen Teil der Ostsee. Weitere Schritte, darunter Tests der elektrischen Systeme und die Anbindung der Seekabel an Land, folgen turnusgemäß nach Abschluss der Hebe- und Montagearbeiten.
Die genannten Angaben beruhen auf Mitteilungen der beteiligten Unternehmen und Auskünften der zuständigen Behörden.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).