Ab 9. November beginnt in Polen die multinationale Übung Koalicja 2026. Bis 22. November trainieren rund 2.800 Soldaten aus mehreren europäischen Staaten Verfahren für die schnelle Verlegung, Sicherung und Versorgung militärischer Kräfte. Die Vorhaben finden an Land, in der Luft und auf See statt; die Übungsräume liegen in Südostpolen nahe der Grenze zur Ukraine. Ziel ist es nach Regierungsangaben, logistische Korridore, Führungs- und Kommunikationssysteme sowie Luft- und Seeunterstützung im Verbund zu testen.
Die Initiative wird von Großbritannien und Frankreich getragen; beide Länder wechseln sich in der Führung der sogenannten Multinationale Force for Ukraine ab. Offiziell genannt werden als Teilnehmer unter anderem Belgien, Estland, Frankreich, Deutschland, Litauen, die Niederlande, Polen, Spanien, Schweden, die Türkei und das Vereinigte Königreich. Die Organisatoren betonen, es gehe um Vorbereitungsschritte für den Fall eines künftigen Waffenstillstands und nicht um einen Einsatz in der Ukraine.
Deutschland beteiligt sich mit Stabspersonal und bis zu zwei Transportflugzeugen vom Typ A400M. Nach Angaben des Bundesministerium der Verteidigung sind die Maschinen für Lufttransport und Luftbetankung vorgesehen. Die Bundesregierung unterstreicht damit, dass sie keine Entsendung deutscher Kampftruppen in die Ukraine plant, aber Führungs- und Logistikfähigkeiten in einen multinationalen Verbund einbringt.
Die Übung verfolgt aus Sicht der beteiligten Regierungen zwei Zwecke. Erstens sollen Verfahren und Schnittstellen der beteiligten Streitkräfte praktisch erprobt werden, um Material, Personal und Sanitätsversorgung schnell und abgestimmt bewegen zu können. Zweitens dient das Manöver als politisches Signal der Handlungsfähigkeit und Geschlossenheit gegenüber Russland. Kritische Stimmen warnen zugleich vor dem Risiko von Fehlinterpretationen und einer möglichen Eskalation, sollten Aktivitäten nahe der Grenze falsch gelesen werden. Eine Entscheidung über reale Einsätze auf ukrainischem Boden bleibt in jedem Fall nationalen Beschlüssen vorbehalten und ist nicht Gegenstand der Übung.
Die polnische Regierung hatte die Manöver bereits im Sommer angekündigt und die Rolle des Gastgeberlandes bei Transit, Infrastruktur und Sicherheit hervorgehoben. In London und Paris verweisen Verantwortliche auf die Bedeutung gemeinsamer Standards, kompatibler Kommunikationsmittel und belastbarer Nachschubketten. Für Deutschland ist der A400M mit seiner Doppelrolle als Transporter und Tanker ein zentrales Mittel, um Beweglichkeit und Durchhaltefähigkeit eines Verbundes zu erhöhen, ohne eine Kampfbeteiligung zu signalisieren.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).