Die Polizei prüft neue Hinweise im Vermisstenfall Scarlett S., nachdem am Wochenende bei einer privaten Suche im Wehratal bei Todtmoos ein Reißverschluss gefunden wurde. Der Gegenstand wird kriminaltechnisch untersucht. Zuvor hatten die Helfer eines Vereins berichtet, ihre Suchhunde hätten an mehreren Stellen reagiert. Ein belastbarer Bezug zu der Vermissten ist nach Angaben der Ermittler bislang nicht nachweisbar.
Die Reaktionen der Hunde wurden demnach rund um den Wildensteinfelsen registriert, auf Zugangswegen und in der unmittelbaren Umgebung des Felsens. Der Reißverschluss wurde in diesem Gebiet aufgefunden. Ob er der Vermissten zugeordnet werden kann, ist offen. Scarlett S., damals 26 Jahre alt und aus Bad Lippspringe, gilt seit dem 10. September 2020 im Schwarzwald als vermisst. Die Staatsanwaltschaft hatte 2023 ein Todesermittlungsverfahren mangels Hinweisen auf Fremdverschulden eingestellt; der Vermisstenfall blieb bestehen.
Fachleute mahnen, aus Hundereaktionen nach so langer Zeit keine voreiligen Schlüsse zu ziehen. Ein Beauftragter des Bundesverbands Rettungshunde erläutert, dass individuelle menschliche Gerüche im Gelände nur begrenzt haltbar seien und sich über Jahre nicht zuverlässig nachweisen ließen. Polizeihundeführer und Rettungshundeverbände weisen darauf hin, dass Wetter, Bodenbeschaffenheit und Vegetation die Spurenlage stark beeinflussen. Zudem können Reize wie Fremdgerüche oder das Verhalten der Tiere selbst zu Fehlreaktionen führen.
Für die Ermittler gilt: Beobachtungen aus Privatinitiativen werden aufgenommen, dokumentiert und auf verwertbare Spuren geprüft. Operative Suchmaßnahmen werden erst dann ausgeweitet, wenn ein klarer, belegbarer Anhaltspunkt vorliegt – etwa ein eindeutig zuordenbares Fundstück oder forensische Spuren. Die Polizei ruft zugleich zu Zurückhaltung in sozialen Medien auf, um Spekulationen zu vermeiden und die Angehörigen zu schützen.
Das Suchgebiet liegt im Landkreis Waldshut und umfasst schwer zugängliche Abschnitte rund um den Wildensteinfelsen im Wehratal. Ein Absturzszenario wird seit Längerem diskutiert, ist jedoch nicht belegt. Sollte die kriminaltechnische Untersuchung den Reißverschluss der Vermissten zuordnen, wollen die Behörden die Suche vor Ort anpassen und intensivieren. Bis dahin bleibt die Lage unverändert: Neue Hinweise werden sorgfältig geprüft, ein Aufenthalts- oder Todesort von Scarlett S. ist weiterhin nicht belegt.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).