Zum 1. Oktober 2026 wird erneut ein direkter Zusammenhang zwischen hohen Spritpreisen und vermehrtem „Tanken und Abhauen“ diskutiert. Eine Überprüfung amtlicher Statistiken und aktueller Hinweise aus den Ländern ergibt jedoch kein einheitliches Bild: Bundesweit lässt sich ein flächendeckender Anstieg nicht belegen, regional häufen sich Hinweise und einzelne Fallwellen.
Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025, vorgestellt im März 2026, weist für Deutschland insgesamt keine beweisbare, preisgetriebene Zunahme der einschlägigen Delikte aus. Das Bundeskriminalamt betont regelmäßig, dass kurzfristige Ausschläge in einzelnen Deliktsbereichen regional sehr unterschiedlich ausfallen und sich nicht ohne Weiteres auf eine Ursache zurückführen lassen. Landesauswertungen und Kurzberichte, etwa aus Berlin, Brandenburg und Sachsen, bestätigen die Divergenzen zwischen Städten und ländlichen Räumen.
Parallel verweisen aktuelle Polizeimeldungen und Tankstellenbetreiber auf veränderte Tatmuster in diesem Jahr: Neben spontanen Gelegenheitsdelikten berichten Dienststellen punktuell von Serientätern oder kleineren Gruppen, die mit abgedeckten oder gestohlenen Kennzeichen auftreten. In Reaktion darauf setzen Betreiber und Polizei verstärkt auf Videoüberwachung, zeitweise Abschaltungen einzelner Zapfsäulen in den Nachtstunden sowie eine engere Zusammenarbeit bei Fahndungsaufrufen.
Wichtig ist die saubere Trennung zwischen Datenlage und Zuschreibungen: Aus den bundesweiten Zahlen der Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 ergibt sich kein belastbarer Beweis, dass hohe Kraftstoffpreise für einen allgemeinen Anstieg verantwortlich sind. Zugleich melden einzelne Regionen 2026 wiederkehrende Vorfälle und appellieren an erhöhte Aufmerksamkeit. Der Tankstellenverband und andere Branchenvertreter halten einen wirtschaftlich plausiblen Zusammenhang für möglich, liefern dafür aber bislang keine bundesweit tragfähigen Kausalnachweise.
Für politische oder ordnungsrechtliche Schritte – von technischen Vorkehrungen an Zapfsäulen bis zu Schwerpunktkontrollen – wäre eine differenzierte Datengrundlage nötig, die sowohl polizeiliche Fallzahlen als auch betriebswirtschaftliche Verlustdaten der Betreiber zusammenführt. Bis dahin gilt: Die Lage ist regional unterschiedlich, die Maßnahmen müssen entsprechend passgenau ausgerichtet werden. Aussagen von Interessenvertretern sind als Positionen zu kennzeichnen; eine übergreifende, statistisch abgesicherte Trendwende lässt sich derzeit nicht feststellen.
Unverändert raten die Landespolizei Berlin und andere Landesbehörden Betreibern dazu, interne Abläufe zu prüfen, Bezahlprozesse zu sichern und Verdachtsfälle konsequent anzuzeigen. Die Behörden verweisen darauf, dass konsequente Anzeige und Beweissicherung die Aufklärungsquote verbessert und Wiederholungstaten erschwert.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).