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Potsdam bohrt für tiefe Geothermie – Wärme für das Fernwärmenetz geplant

In Potsdam treibt die Energie und Wasser Potsdam eine Tiefenbohrung voran, um künftig Erdwärme in das Fernwärmenetz einzuspeisen. Der Schritt ist Teil der kommunalen Wärmeplanung und wird von Behörden eng begleitet.

In Potsdam läuft eine neue Tiefenbohrung, mit der Erdwärme für die städtische Fernwärme erschlossen werden soll. Nach Angaben der Energie und Wasser Potsdam (EWP) wird an der Heinrich-Mann-Allee in mehr als einen Kilometer Tiefe gebohrt, um perspektivisch Wärme in das Netz einzuspeisen und den Einsatz fossiler Brennstoffe zu senken. Die Maßnahme ist ein Teilprojekt der kommunalen Wärmeplanung, die die Stadtverordnetenversammlung im Juni 2026 beschlossen hat.

Die EWP arbeitet dafür mit dem Geoforschungszentrum Potsdam zusammen. Voruntersuchungen und eine erste Geothermieanlage im Neubauquartier an der Heinrich-Mann-Allee hatten auf nutzbare Temperaturen im Untergrund hingewiesen. Für die nun angestrebte tiefe Erschließung rechnet das Unternehmen – abhängig von Temperatur und Förderrate – mit einer Versorgungskapazität im Bereich mehrerer tausend Haushalte. Konkrete Leistungsdaten sollen erst nach Abschluss der Erkundung vorliegen.

Tiefe Geothermie kann in Fernwärmenetzen verlässliche Grundlast bereitstellen und die Treibhausgasemissionen der Wärmeversorgung senken. Fachleute verweisen zugleich auf das sogenannte Fündigkeitsrisiko: Nicht jede Bohrung erreicht die erwartete Temperatur oder Fördermenge. Hinzu kommen technische und rechtliche Anforderungen. Zu prüfen sind mögliche Auswirkungen auf das Grundwasser und auf den Untergrund, etwa durch induzierte Erschütterungen. Für Planung, Bau und Betrieb sind in Brandenburg Genehmigungen, hydrogeologische Gutachten und ein enges Monitoring vorgeschrieben. Zuständig sind landes- und kommunale Behörden.

Der Standort in Potsdam gilt als Testfall, ob tiefe Geothermie im städtischen Maßstab wirtschaftlich und ökologisch vertretbar betrieben werden kann. Ausschlaggebend sind die gemessenen Temperaturen und Fördermengen, die Einhaltung der Umweltauflagen sowie die Integration in das bestehende Fernwärmesystem. Gelingt der Nachweis, könnten weitere Projekte folgen, die den Anteil erneuerbarer Wärme in Potsdam erhöhen.

Die Stadt verfolgt das Ziel, ihre Fernwärme schrittweise zu dekarbonisieren. Neben tiefer Geothermie werden in der kommunalen Wärmeplanung auch weitere erneuerbare Optionen und Effizienzmaßnahmen betrachtet. Der aktuelle Bohrfortschritt und die folgenden Tests sollen entscheiden, in welchem Umfang und in welchem Zeitrahmen Anschlussprojekte sinnvoll sind. Bis dahin bleibt die Erdwärme ein Baustein unter mehreren – mit messbaren Chancen für Versorgungssicherheit und Klimaschutz, aber auch mit Risiken, die das anstehende Monitoring adressieren soll.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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