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Protest in Potsdam-Mittelmark gegen Kürzungen bei Familienzentren wächst

Im Landkreis Potsdam-Mittelmark haben am 24. September 2026 rund 100 Menschen gegen geplante Kürzungen der Förderung für Familienzentren demonstriert. Träger und Eltern warnen vor Folgen für Frühe Hilfen, die Kreisverwaltung verweist auf Haushaltszwänge.

Im Landkreis Potsdam-Mittelmark ist der Protest gegen geplante Kürzungen bei der Förderung von Familienzentren lauter geworden. Am Donnerstag, 24. September 2026, versammelten sich nach Angaben des Rundfunk Berlin-Brandenburg rund 100 Menschen vor dem Familienzentrum in Werder (Havel). Teilgenommen haben Eltern mit Kindern, Beschäftigte der Einrichtungen sowie Vertreterinnen und Vertreter aus der Kommunalpolitik. Anlass sind Vorschläge im Entwurf für den Kreishaushalt 2027, die eine deutliche Absenkung der Personalförderung vorsehen.

Trägerorganisationen wie der AWO Bezirksverband Potsdam und die EJF gAG (ehemals Evangelisches Jugend- und Fürsorgewerk) kritisieren die Pläne scharf. In Stellungnahmen und einem gemeinsamen Positionspapier warnen sie vor dem Abbau niedrigschwelliger Angebote, die Familienzentren als offene Anlaufstellen für Eltern, als Knotenpunkte zur Vernetzung mit Kitas, Jugendhilfe und Gesundheitsdiensten und als Baustein der Frühen Hilfen leisten. Eine auf einer Petitionsplattform gestartete Initiative fordert, die Finanzierung auf dem Niveau von 2026 fortzuführen.

Aus Unterlagen der Kreisverwaltung geht hervor, dass für 2027 eine Reduzierung der Kreisförderung für Personal in Familienzentren vorgesehen ist. In Stellungnahmen und Sitzungsunterlagen ist teils von Kürzungsvarianten zwischen etwa 40 und 50 Prozent in einzelnen Ämtern die Rede. Träger warnen, dies gefährde Öffnungszeiten, Kursangebote und Beratung. Die Verwaltung verweist demgegenüber auf notwendige strukturelle Anpassungen im Haushalt und auf laufende Prüfungen möglicher Alternativen. Konkrete Beschlüsse gibt es noch nicht, der Kreistag entscheidet zu einem späteren Zeitpunkt.

Die Interessenlagen sind klar getrennt: Träger und Eltern betonen die präventive Wirkung der Angebote und verweisen auf mögliche Folgekosten in der Jugendhilfe, sollte die Reichweite der Familienzentren sinken. Die Kreisverwaltung stellt die Einhaltung der Haushaltsziele und die Zuständigkeit des Kreistags in den Vordergrund. Kommunale Gremien in mehreren Orten des Landkreises haben sich bereits mit dem Thema befasst und teils Solidaritätsbekundungen beschlossen.

Für den weiteren Verlauf sind zwei Punkte maßgeblich: Zum einen die Beratungen und die abschließende Entscheidung des Kreistags über den Kreishaushalt 2027. Zum anderen die angekündigten Gespräche zwischen Landrat, Fraktionen und Trägern über mögliche Spielräume. Erst auf Basis eines Beschlusses und detaillierter Zahlen lässt sich die Tragweite für die Einrichtungen verlässlich beziffern. Bis dahin prägen Proteste, Petitionen und Presseerklärungen die Debatte im Landkreis Potsdam-Mittelmark.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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