In Ulm hat am 14. Oktober 2026 ein fünftägiges Protestcamp vor dem Standort von Elbit Systems an der Heidenheimer Straße begonnen. Nach Angaben der Organisatoren soll die Versammlung bis einschließlich 18. Oktober dauern. Die Kampagne mobilisiert unter den Mottos „Kein Profit mit Genozid“ und „Shut Elbit Down“ und fordert ein Ende von Rüstungsexporten sowie ein Aussetzen geschäftlicher Beziehungen zu Israel. Polizei Ulm und Stadt Ulm kündigten an, das Geschehen im Rahmen des Versammlungsrechts zu begleiten und die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten.
Für die kommenden Tage sind Demonstrationen, Kundgebungen und Informationsveranstaltungen angekündigt. Die Organisatorinnen und Organisatoren sprechen von zivilem Ungehorsam; konkrete Aktionsformen wurden vorab nicht im Detail benannt. Die Polizei Ulm verweist auf geltende Versammlungsauflagen und mögliche Maßnahmen zum Schutz von Mitarbeitenden und Passanten im Umfeld des Standorts. Die Stadt Ulm betont nach früheren vergleichbaren Lagen die Abwägung zwischen Grundrechten und öffentlicher Ordnung.
Elbit Systems ist ein international tätiger Rüstungskonzern; der Ulmer Standort in Baden-Württemberg war in den vergangenen zwölf Monaten mehrfach Ziel von Protesten. Laut SWR Aktuell gab es im Frühjahr bereits ein Protestcamp. Zudem ermittelt die Justiz nach einem Vorfall mit mutmaßlicher Sachbeschädigung; in diesem Zusammenhang wurden Anklagen erhoben, und ein Verfahren läuft am Landgericht Stuttgart. Diese Vorgänge sind unabhängig vom nun begonnenen Protestcamp und werden gesondert verhandelt.
Zur aktuellen Lage in Ulm erklärten die Veranstalter, man wolle auf die Rolle deutscher Standorte in internationalen Lieferketten aufmerksam machen. Elbit Systems hatte nach früheren Zwischenfällen darauf hingewiesen, dass der Schutz von Mitarbeitenden, Auftragnehmern und Eigentum Priorität habe. Angaben zu Einschränkungen des Betriebs in Ulm am ersten Protesttag lagen zunächst nicht vor.
Verkehrsbehinderungen im Bereich Heidenheimer Straße sind je nach Verlauf einzelner Aktionen möglich. Polizei Ulm und Stadt Ulm verweisen darauf, dass Versammlungsteilnehmende und Unbeteiligte informiert werden, falls es zu Sperrungen kommt. Die Organisierenden haben ein mehrtägiges Programm angekündigt; Details stehen unter dem Vorbehalt kurzfristiger Änderungen. Unabhängig davon bleibt die rechtliche Bewertung einzelner Aktionen Aufgabe der Behörden und Gerichte.
Das Protestcamp ist für fünf Tage geplant. Eine Beendigung oder Verlängerung über den 18. Oktober hinaus war bis Redaktionsschluss nicht bekannt.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).