In Eisenach hat am 26. Oktober 2026 der Prozess um den Großbrand im Billard-Café Black Pool begonnen. Vor dem Landgericht muss sich ein 35-jähriger Bewohner wegen besonders schwerer Brandstiftung, versuchten Versicherungsbetrugs und fahrlässiger Körperverletzung verantworten. Der Angeklagte wies die Vorwürfe zum Auftakt der Verhandlung zurück.
Anlass des Verfahrens ist das Feuer in der Nacht vom 18. auf den 19. August 2025 im Goetheviertel. Das Gebäude, in dem sich das Black Pool befand, wurde vollständig zerstört. Bei der Evakuierung erlitten eine Anwohnerin und eine Polizeibeamtin eine Rauchgasvergiftung. Weitere Verletzte gab es nach Angaben der Ermittler nicht.
Die Staatsanwaltschaft führt aus, der Brand sei gelegt worden, um anschließend über eine Brandschadensmeldung Versicherungsleistungen in erheblicher Höhe geltend zu machen. Für den Vorwurf des Versicherungsbetrugs ist die Absicht, sich einen finanziellen Vorteil zu verschaffen, entscheidend. Der Angeklagte bestreitet, ein Feuer gelegt oder auf Auszahlungen spekuliert zu haben.
Die Anklagebehörde stützt sich nach eigener Darstellung auf kriminaltechnische Spuren vom Tatort und Erkenntnisse der Kriminalpolizei Gotha. Demnach ergaben forensische Untersuchungen nach dem Großbrand Hinweise, die den Verdacht auf eine vorsätzliche Brandlegung lenkten. Zu einzelnen Beweismitteln äußerten sich die Anklagevertreter zum Prozessauftakt zurückhaltend. Es sind weitere Gutachten und die Vernehmung von Zeugen vorgesehen.
Im Mittelpunkt der Beweisaufnahme steht die Frage, ob das Feuer technisch oder fahrlässig ausgelöst wurde – oder ob es sich um eine geplante Tat handelte. Für eine Verurteilung wegen besonders schwerer Brandstiftung muss das Gericht von einer vorsätzlichen Herbeiführung des Feuers mit erheblichem Schaden überzeugt sein. Ob und in welcher Höhe mögliche Vermögensschäden durch die behauptete Schadensmeldung entstanden sind, soll ebenfalls aufgeklärt werden.
Das Verfahren lenkt die Aufmerksamkeit auch auf Brandschutz in dicht bebauten Altbauquartieren. In Eisenach hatte der Großbrand Debatten über Sicherungskonzepte, Prävention und Einsatzabläufe neu angestoßen. Weitere Verhandlungstermine sind angesetzt. Umfangreiche Beweisaufnahmen und die Auswertung der kriminaltechnischen Gutachten werden den Prozessverlauf prägen; ein Urteil ist nach heutigem Stand nicht absehbar.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).