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Rehlinger fordert Übergewinnsteuer und Preisdeckel – Reiche gegen Tankrabatt

Anke Rehlinger drängt auf Übergewinnsteuer und befristeten Spritpreisdeckel. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche lehnt einen neuen Tankrabatt ab und verweist auf gezielte Hilfen.

Angesichts erneut gestiegener Kraftstoffpreise dringt Saarlands Ministerpräsidentin Anke Rehlinger auf zusätzliche Eingriffe des Staates. Die SPD-Politikerin forderte am 15. September 2026 eine Übergewinnsteuer für Unternehmen der Energiebranche sowie einen befristeten Spritpreisdeckel. Außergewöhnliche Gewinne sollten abgeschöpft und zur direkten Entlastung von Haushalten verwendet werden, argumentierte sie. Ein Preisdeckel könne kurzfristig Planungssicherheit schaffen, bis sich die Märkte beruhigen.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) erteilte einem neuen pauschalen Tankrabatt eine Absage. In einem Interview sagte sie am 14. September 2026, der finanzielle Spielraum reiche dafür derzeit nicht aus. Als zielgenauere Alternative nannte Reiche zeitlich befristete Direktzahlungen für besonders belastete Gruppen. Über weitere Schritte der Bundesregierung sei noch nicht entschieden.

In der Sache geht es um zwei Streitpunkte: Erstens um die Finanzierbarkeit geplanter Entlastungen in einem angespannten Haushalt. Zweitens um ihre Wirksamkeit an der Zapfsäule. Befürworter einer Übergewinnsteuer halten sie für ein geeignetes Instrument, in einer Preiskrise zusätzliche Mittel zu mobilisieren, ohne dauerhaft Steuersätze zu verändern. Kritiker verweisen darauf, dass ein erheblicher Teil des Endpreises durch Energiesteuern und Abgaben bestimmt wird und dass der Rohölmarkt den größten Einfluss auf kurzfristige Preisschwankungen hat.

Regulierungsbehörden und ökonomische Gremien mahnen Sorgfalt an. Das Bundeskartellamt betont regelmäßig, Eingriffe müssten so gestaltet werden, dass sie Markttransparenz erhöhen, ohne den Wettbewerb zu verzerren. Die Monopolkommission hatte bereits im Frühjahr Effekte des früheren Tankrabatts analysiert und vor Mitnahmeeffekten entlang der Lieferkette gewarnt. Offene Praxisfragen betreffen unter anderem die Definition außergewöhnlicher Gewinne, die Rechtsgrundlage einer temporären Abgabe und die Bemessung eines Preisdeckels, etwa als Obergrenze pro Liter oder als variable Spanne zum Rohölpreis.

Politisch spitzt sich die Debatte zwischen SPD und CDU zu. Während Rehlinger auf schnelle, sichtbare Entlastung drängt, verweist Reiche auf haushaltspolitische Zwänge und zielgerichtete Hilfen. Ob Vorschläge wie eine Übergewinnsteuer oder ein Spritpreisdeckel im Bundestag aufgegriffen werden, hängt von Mehrheiten und von der Lage an den internationalen Rohstoffmärkten ab. Bis dahin bleibt entscheidend, wie sich die Beschaffungskosten entwickeln und welche fiskalischen Spielräume die Bundesregierung im Herbst eröffnet.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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