Aktuell

Riethig tritt parteilos zur Landratswahl im Landkreis Göttingen an

Der vorläufig suspendierte Landrat Marcel Riethig kandidiert am 13. September 2026 ohne Parteiunterstützung. Gegen ihn laufen Prüfungen wegen Vorwürfen zur Amtsführung.

Kurzmeldung

Am 13. September 2026 tritt der vorläufig suspendierte Landrat Marcel Riethig als parteiloser Bewerber bei der Direktwahl im Landkreis Göttingen an. Riethig war im Frühjahr 2026 aus der SPD ausgetreten, nachdem ihm aus der Verwaltung Vorwürfe zur Amtsführung entgegengebracht worden waren. Das Niedersächsische Innenministerium hatte ihn daraufhin vorläufig vom Dienst suspendiert.

Riethig bestätigte seine Kandidatur öffentlich; der NDR berichtete darüber. Der Wahltermin am 13. September 2026 ist im Amtsblatt des Landkreises Göttingen veröffentlicht. Gegenstand der laufenden Verfahren sind nach übereinstimmenden Medienberichten Vorwürfe zu Führungsstil und mutmaßlicher Begünstigung. Die inhaltliche Bewertung dieser Anschuldigungen ist offen. Das Niedersächsische Innenministerium führt ein Disziplinarverfahren, die Staatsanwaltschaft Göttingen prüft strafrechtlich relevante Sachverhalte.

Politisch verändert Riethigs Schritt die Ausgangslage. Nachdem der SPD-Unterbezirk ihm die Unterstützung versagt hatte, konkurriert er ohne Parteirückhalt mit Kandidatinnen und Kandidaten der etablierten Parteien. Aus dem Landkreis werden Bewerbungen unter anderem von CDU und Bündnis 90/Die Grünen gemeldet, daneben treten weitere Wählergruppen an. Eine lokale Bürgergemeinschaft unterstützt Riethig, was die formalen Voraussetzungen für seine Aufstellung sichert, jedoch keine organisatorische Infrastruktur einer Partei ersetzt.

Gesicherte Tatsachen und Zuschreibungen sind zu trennen: Die Suspendierung durch das Niedersächsische Innenministerium und die Einleitung eines Disziplinarverfahrens sind amtlich beziehungsweise durch belastbare Medien dokumentiert. Die Vorwürfe gegen Riethig sind bislang nicht abschließend geklärt. Nach NDR-Angaben ist nicht zu erwarten, dass das Disziplinarverfahren vor der Wahl abgeschlossen wird.

Mögliche rechtliche und politische Folgen hängen vom Fortgang der Verfahren ab. Eine Wahl Riethigs würde Fragen zur Amtsausübung unter laufender Untersuchung aufwerfen; über konkrete Konsequenzen entscheiden die zuständigen Behörden nach Rechtslage. Unabhängig davon bleibt die Landratswahl im Landkreis Göttingen Teil der regulären Kommunalwahlen in Niedersachsen, deren Stimmabgabe an diesem 13. September 2026 erfolgt. Weitere Entscheidungen der Parteien, der Verwaltung und der Justiz können den Wahlkampfverlauf und die öffentliche Bewertung der Vorwürfe beeinflussen, ohne den Wahltermin selbst zu tangieren.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

Ende des Artikels

Anzeige

Aus dem PHOTRA-Netzwerk