Gesundheit

Robert Koch‑Institut: Koronare Herzkrankheit verursacht in Deutschland die meisten verlorenen Lebensjahre

Neue Berechnungen des Robert Koch‑Instituts (BURDEN 2020) zeigen, dass Erkrankungen der Herzkranzgefäße in Deutschland die höchste Krankheitslast tragen; die Analyse nennt 2 321 Disability‑Adjusted Life Years je 100 000 Einwohner und weist deutliche Geschlechtsunterschiede…

Kurzmeldung

Das Robert Koch‑Institut (RKI) legt in seiner nationalen Krankheitslastanalyse BURDEN 2020 dar, dass die koronare Herzkrankheit in Deutschland für die meisten verlorenen Lebensjahre verantwortlich ist. Gemessen an Disability‑Adjusted Life Years (DALY) steht die Erkrankung mit 2 321 DALY je 100 000 Einwohner an erster Stelle der untersuchten Krankheiten, gefolgt von Schmerzen im unteren Rücken und Lungenkrebs. Die Berechnung fasst verlorene Lebensjahre durch vorzeitigen Tod (Years of life lost, YLL) und durch krankheitsbedingte Einschränkungen verlorene Jahre (Years lived with disability, YLD) zusammen und erlaubt so einen vergleichbaren Blick auf Mortalität und Morbidität in der Bevölkerung.

Die zugrunde liegenden Daten stammen aus dem Ergebnisdatensatz BURDEN 2020 und verknüpfen Routinedaten von Krankenkassen, die Todesursachenstatistik, Krebsregisterdaten sowie nationale Gesundheitsmonitoring‑Studien des RKI. Die RKI‑Publikation und die offenen Datentabellen liefern altersstandardisierte Kennzahlen auf nationaler und regionaler Ebene sowie detaillierte Tabellen zu YLL und YLD.

Die Analyse hebt deutliche Unterschiede zwischen Frauen und Männern hervor: Bei Männern trägt der Anteil der durch vorzeitigen Tod verlorenen Lebensjahre (YLL) stärker zur Gesamtlast bei, während bei Frauen der Anteil der durch chronische Einschränkungen verlorenen Jahre (YLD) in bestimmten Krankheitsgruppen relativ ausgeprägter ist. Regionale Unterschiede in der Belastung zeigen, wo Prävention und Versorgungsangebote prioritär ausgerichtet werden könnten.

Als Schlussfolgerung nennt das RKI mögliche Handlungsfelder, ohne konkrete politische Vorgaben zu machen: verstärkte Primärprävention von Herz‑Kreislauf‑Risikofaktoren, angepasste Versorgungsstrukturen für chronisch Erkrankte und regionale Risikoreduktion. Die BURDEN‑Daten bieten Politik, Gesundheitsverwaltung und Forschung valide Anhaltspunkte, Sterblichkeit und chronische Krankheitslast in ihrer Abwägung zu berücksichtigen. Methodische Details und vollständige Tabellen sind in den BURDEN‑Dokumenten des Robert Koch‑Instituts einsehbar.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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