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Russland will Militärausgaben 2027 um 27 Prozent auf 17,1 Billionen Rubel erhöhen

Laut Reuters-unterlegten Regierungsunterlagen plant Moskau für 2027 Rekordmittel fürs Militär. Zugleich steigen Defizit- und Kreditprognosen für 2026.

Russland plant für 2027 deutlich höhere Militärausgaben. Interne Haushaltsunterlagen, die Reuters am 28. September 2026 einsehen konnte, sehen 17,1 Billionen Rubel für Verteidigung vor – rund 27 Prozent mehr als bislang für 2027 veranschlagt. Nach Darstellung der Dokumente wäre dies ein Rekordwert seit Beginn des Kriegs gegen die Ukraine.

Die Unterlagen zeigen zugleich eine deutlich ungünstigere Lage im laufenden Jahr: Für 2026 wird das Haushaltsdefizit nun mit 3,2 Prozent der Wirtschaftsleistung veranschlagt, zuvor waren 1,6 Prozent vorgesehen. Die Nettokreditaufnahme soll demnach auf etwa 5 Billionen Rubel steigen. Zusätzlich ist der Einsatz von Mitteln aus dem Nationalen Wohlstandsfonds zur Defizitdeckung vorgesehen. Offiziell bestätigt wurden die Zahlen von Moskau bislang nicht.

Finanziert werden soll der Verteidigungsschub nach diesen Plänen auch durch eine Verschiebung von Prioritäten im Etat. In den vorliegenden Tabellen werden Ansätze für Wohlfahrt, Bildung und Gesundheit gegenüber früheren Planungen reduziert. Fachleute verweisen zudem darauf, dass Teile der militärischen Ausgaben in anderen Haushaltstiteln verbucht werden könnten. Offizielle Aggregatwerte dürften daher die tatsächliche Belastung nur begrenzt abbilden; dies ist eine Einschätzung, keine gesicherte Tatsache aus den Papieren.

Ökonomisch deuten die Zahlen auf steigenden Druck hin: Schwächere Öl- und Gaseinnahmen, höhere Verteidigungsausgaben und ein wachsender Finanzierungsbedarf engen den Spielraum für andere Politikfelder ein und erhöhen die Staatsverschuldung. Den Unterlagen zufolge prüft die Regierung zugleich Steueranpassungen in den Jahren 2027 bis 2029, um die Einnahmeseite zu stärken. Ob und in welchem Umfang diese Maßnahmen umgesetzt werden, ist offen und hängt von künftigen Gesetzgebungsverfahren ab.

Für Deutschland und die Europäische Union ist die Entwicklung sicherheitspolitisch relevant. Ein dauerhaft höheres russisches Militärbudget signalisiert die Fortsetzung der Kriegsanstrengungen und erhöht den Druck auf die europäische Sicherheits- und Verteidigungsarchitektur. Berlin wird die Lage im Kontext von Sanktionen und eigener Fähigkeitsplanung bewerten müssen; unmittelbare Entscheidungen deutscher Behörden sind mit Blick auf die vorliegenden Dokumente jedoch nicht bekannt.

Die Angaben beruhen auf den von Reuters ausgewerteten Haushaltsentwürfen. Offizielle Bestätigungen der Endwerte durch russische Ministerien oder die Duma stehen aus. Änderungen im Gesetzgebungsverlauf sind möglich und würden die hier referierten Planansätze für 2027 sowie die aktualisierten Prognosen für 2026 nachträglich verändern.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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