In Schleswig-Holstein haben am 26. September 2026 rund 250 Einsatzkräfte eine Großübung zu Extremwetterfolgen und einem länger andauernden Stromausfall absolviert. Nach Angaben des NDR wurden unter realitätsnahen Bedingungen umgestürzte Bäume, vollgelaufene Keller, ein Brand in einem Pflegeheim sowie der zeitweise Ausfall von Stromversorgung und Mobilfunk simuliert. Ziel war, Evakuierungen, Notstromversorgung und die Zusammenarbeit zwischen Rettungsdiensten, Feuerwehr und Krisenstäben zu testen.
Im Mittelpunkt standen der Schutz besonders schutzbedürftiger Menschen und die Aufrechterhaltung kritischer Infrastruktur. Bei dem Brandszenario räumten Kräfte ein Pflegeheim, verlegten Bewohnerinnen und Bewohner patientengerecht und richteten Übergangsunterkünfte ein. Parallel nahmen Teams Netzersatzanlagen in Betrieb, prüften zentrale Notrufabläufe und erprobten Kommunikationswege, die unabhängig vom Mobilfunk funktionieren sollen.
Einsatzleitungen und Beobachter zogen nach Übungsende eine gemischte Bilanz. Positiv vermerkt wurden schnell etablierte Führungsstrukturen, eingespielte Abläufe zwischen Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Hilfsorganisationen sowie der zügige Aufbau von Notstrom. Gleichzeitig traten Schwachstellen zutage: die hohe Abhängigkeit medizinischer Geräte von externer Stromversorgung, fehlende Redundanzen in der Kommunikation einzelner Einrichtungen und logistische Engpässe bei der Versorgung größerer Gruppen unter Stromausfallbedingungen.
Fachliche Einordnung liefern Empfehlungen des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Das BBK wirbt seit Jahren für dezentrale Notfallkonzepte, belastbare Kommunikationsketten und regelmäßige Praxisübungen, um Schnittstellen zwischen haupt- und ehrenamtlichen Kräften zu festigen. Die nun erhobenen Erkenntnisse aus Schleswig-Holstein sollen laut Beteiligten in die Auswertung der Übung einfließen und in lokalen Krisenplänen berücksichtigt werden. Geprüft werden demnach eine bessere Ausstattung kritischer Einrichtungen mit Notstromlösungen, verbindliche Absprachen zu Kommunikationsersatzwegen sowie Abläufe für die schnelle Registrierung, Betreuung und Unterbringung Evakuierter.
Die Übungsanlage vereinte typische Lagen, die Einsatzkräfte in Norddeutschland treffen können: Sturmschäden, überflutete Keller und Brände in sensiblen Einrichtungen, verschärft durch einen gleichzeitigen Ausfall von Strom und digitaler Vernetzung. Mit Blick auf die Herbst- und Wintermonate betonten die Organisatoren die Bedeutung klarer Prioritätenlisten für den Schutz von Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern und Leitstellen. Weitere Trainings in den kommenden Monaten sollen gezielt jene Punkte adressieren, an denen die Kommunikation hakte oder Materialengpässe sichtbar wurden.
Die Großübung zeigte damit sowohl belastbare Routinen als auch konkreten Handlungsbedarf. Entscheidend bleibt nach Einschätzung der Beteiligten, dass Erkenntnisse zeitnah in Beschaffung, Wartung und Ausbildung umgesetzt werden – und dass kommunale Krisenstäbe, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk und Betreiber kritischer Infrastruktur ihre Abläufe im Verbund weiter verproben.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).