Schleswig-Holstein treibt den Ausbau der stark belasteten Bahnstrecke zwischen Pinneberg und Elmshorn voran. Nach der Vorstellung eines Gutachtens kündigte die Landesregierung an, die Vorplanung für einen viergleisigen Ausbau mit S-Bahn im Zehn-Minuten-Takt zu starten. Die Baukosten werden derzeit grob auf rund eine Milliarde Euro geschätzt; verbindliche Finanzierungszusagen liegen noch nicht vor.
Die Untersuchung empfiehlt die S-Bahn-Variante, sofern der dichte Takt umgesetzt wird. Begründet wird dies mit dem besten Kosten-Nutzen-Verhältnis und der Aussicht, die zusätzliche Kapazität zuverlässig auszulasten. Das bestehende Regionalverkehrsangebot – Regionalbahnen im 30-Minuten-Takt und Regionalexpress-Verbindungen – soll demnach erhalten bleiben. Vorgesehen sind zudem neue Stationen wie Elmshorn-Süd und Pinneberg-Nord.
Vor dem Hintergrund der Präsentation in Tornesch betonte die Landesregierung, erst die detaillierte Vorplanung werde belastbare Angaben zu Zeitachse, Bauphasen und Finanzierungsanteilen von Bund, Land und Deutscher Bahn ermöglichen. Nach derzeitigen Angaben stützen sich die Kostenschätzungen auf Berechnungen der Deutschen Bahn sowie auf die Gutachterergebnisse. Konkrete Haushaltsbeschlüsse des Landtags oder Förderzusagen des Bundes existieren noch nicht.
Zugeschriebene Aussagen verweisen auf eine spürbare Entlastung für Pendlerinnen und Pendler: Die Strecke zwischen Pinneberg und Elmshorn gilt seit Jahren als Engpass im norddeutschen Netz, mit überdurchschnittlicher Störanfälligkeit und geringen Fahrplanreserven. Prognosen gehen davon aus, dass ein S-Bahn-Betrieb im Zehn-Minuten-Takt die Pünktlichkeit verbessert, Umsteigeverbindungen stabilisiert und Kapazität für zusätzlichen Fern- und Güterverkehr schafft.
Gleichzeitig bestehen Risiken. Erfahrungen aus anderen norddeutschen Schienenprojekten wie der S4 zwischen Hamburg und Bad Oldesloe zeigen, dass Kostenaufwüchse und Verzögerungen in Planfeststellung und Bau möglich sind. Auch das Bauen unter rollendem Rad – also während des laufenden Betriebs – gilt als anspruchsvoll und kann Zwischenbeeinträchtigungen verursachen. Die Landesregierung kündigte daher an, Bauphasen, Lärmschutz und Leistungsfähigkeit des Bestandsnetzes frühzeitig miteinander zu verzahnen.
Als nächster Schritt folgt die Ausarbeitung der Vorplanung. Erst danach wollen Land, Deutsche Bahn und das Bundesministerium für Digitales und Verkehr über Zeitplan, Finanzierung und Umsetzung entscheiden. Bis dahin bilden die veröffentlichten Gutachtenergebnisse und die Ankündigungen der Landesregierung die Grundlage des Projekts.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).