Schleswig-Holstein hat den Winterdienst für die Saison 2026/2027 gestartet. Nach Angaben des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein sind die Straßenmeistereien mit Streusalz und Sole ausreichend versorgt. Mehrere Kommunen justieren ihre Einsatzpläne, um Streu- und Räumleistungen genauer an Witterung und Verkehr anzupassen.
Neu ist ein Praxistest in Rendsburg: Die Stadt setzt erstmals KI-Sensoren an mehreren innerstädtischen Messpunkten ein, darunter am Thormannplatz und an der Kieler Straße. Die Technik erfasst Temperatur-, Feuchtigkeits- und Oberflächendaten und soll Glätte früher identifizieren. Ziel ist, nächtliche Kontrollfahrten zu reduzieren, Einsätze punktgenauer auszulösen und den Verbrauch von Streustoffen zu senken. Die Stadtverwaltung wertet die Daten während der Saison aus und will danach über eine Ausweitung entscheiden.
Auf Bundes- und Landesstraßen bleibt die Feuchtsalzstreuung die Standardmethode. Sie erhöht die Haftung des Salzes auf der Fahrbahn und kann den Salzbedarf im Vergleich zur Trockensalzstreuung senken. Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein verweist auf Erfahrungen aus den Vorjahren, wonach eine präzise Einsatzsteuerung Kosten reduziert und die Wirkung verbessert. Kommunen ergänzen dies mit lokal zugeschnittenen Konzepten für Rad- und Gehwege, teils mit salzarmen Mischungen.
Behörden betrachten die KI-Sensoren als zusätzliche Informationsquelle. Sie ersetzen weder die Entscheidung der Einsatzleitungen noch räumen rechtliche Zuständigkeiten um. Prüfpunkte bleiben Datenschutz, Wartung, Kalibrierung und die Integration der Messwerte in bestehende Prognose- und Streuplansysteme. Eine Bewertung des Nutzens wird nach Ende der Kernwintermonate erwartet.
Aus Umweltsicht gilt weiterhin: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Streusalz kann Böden und Gewässer belasten und Straßenbäume schädigen; entsprechend wird auf sparsam dosierte, witterungsangepasste Einsätze geachtet. Wirtschaftlich sprechen niedrigere Material- und Personalkosten für gezieltere Steuerungen. Zugleich bleibt die Verkehrssicherheit vorrangig: Priorität haben Hauptachsen, Gefahrenstellen und ÖPNV-Verbindungen, während Nebenflächen oft zeitversetzt bedient werden.
Die Vorräte an Streusalz sind landesweit angelegt, die Lager wurden vor der Saison befüllt. Der Winterdienst passt die Einsatzstärken kurzfristig an Wetterlagen an, etwa bei gefrierender Nässe, Eisregen oder Schneefall. Kommunen und Land verweisen darauf, dass Witterung und Verkehrsdichte die tatsächlichen Verbräuche bestimmen. Konkrete Verbräuche und Kosten werden nach Saisonende bilanziert.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).