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Schmerz schützt: Osnabrücker Forscherin wirbt am Welt-Schmerztag für bessere Diagnostik

Camilla Kapitza von der Hochschule Osnabrück betont zum Welt-Schmerztag die Alarmfunktion von Schmerz und fordert präzisere Diagnostik in der Versorgung.

Zum Welt-Schmerztag am 17. Oktober hebt die Physiotherapeutin und Wissenschaftlerin Camilla Kapitza von der Hochschule Osnabrück die Schutzfunktion von Schmerz hervor. Schmerz sei ein Warnsignal des Körpers und wirke „wie eine Art Alarmanlage“, sagte sie mit Blick auf die Versorgung von Patientinnen und Patienten in Deutschland. Ziel müsse sein, Beschwerden genauer zu verstehen, anstatt sie nur zu unterdrücken.

Kapitza erforscht in Osnabrück, wie klinische Praxis und systematische Diagnostik besser zusammenwirken können. Das übliche Abfragen der Schmerzlokalisation reiche oft nicht aus, erläutert sie. In Untersuchungen kombiniert sie Tests zur Beweglichkeit und Sensibilität mit einfachen Reizprüfungen – etwa mithilfe von Wattepads oder einem Zahnstocher –, um Reizverarbeitungsmuster des Nervensystems zu erkennen. Daraus lassen sich Hinweise ableiten, ob ein Schmerz vor allem durch lokale Gewebeschäden, veränderte Nervenverarbeitung oder zentrale Mechanismen im Gehirn bestimmt wird.

Die Einordnung, welche Prozesse überwiegen, ist für die Wahl der Therapie entscheidend. Nach Kapitzas Darstellung kann eine präzisere Diagnostik unnötige Behandlungsschleifen vermeiden, individuellere Behandlungspläne ermöglichen und das Risiko einer Chronifizierung senken. Sie plädiert für eine engere Verzahnung von Forschung und klinischem Alltag sowie für gezielte Aus- und Fortbildung in therapeutischen Berufen.

Der Aktionstag richtet den Blick bundesweit auf Versorgungsstrukturen. Fachgesellschaften wie die Deutsche Schmerzgesellschaft und die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin verweisen in ihren aktuellen Informationsangeboten auf Lücken beim Zugang zur leitliniengerechten Therapie und auf die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit. Schwerpunkte sind frühe Diagnostik, der differenzierte Einsatz von Medikamenten und nichtmedikamentösen Verfahren sowie der Ausbau spezialisierter Angebote für Menschen mit länger anhaltenden Schmerzen.

Hintergrund ist, dass Schmerz nicht nur Signal, sondern auch Erfahrung ist: Reize werden im Nervensystem gefiltert und im Gehirn bewertet. Ob sie als bedrohlich eingestuft werden, beeinflusst, ob und wie stark Schmerz empfunden wird. Für die Versorgung bedeutet das, körperliche Befunde, neurologische Hinweise und das individuelle Erleben zusammenzuführen. So sollen Therapien passgenauer werden – von Aufklärung und Bewegungstherapie über psychologische Verfahren bis hin zu Medikamenten oder invasiven Maßnahmen, wenn sie angezeigt sind.

Kapitza fasst den Ansatz zusammen: Je klarer die Ursache eingegrenzt wird, desto gezielter lässt sich behandeln. Der Welt-Schmerztag dient aus ihrer Sicht dazu, dieses Verständnis in Praxis, Ausbildung und Öffentlichkeit zu verankern.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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