Die Stadt Schorndorf im Rems-Murr-Kreis lässt in den kommenden Wochen und Monaten rund 1.000 Bäume entlang der Wieslauf, des Schornbachs, des Bodenbachs und des Aichenbachs fällen. Die Verwaltung begründet den Schritt mit einem ungewöhnlich hohen Befall von Wurzel- und Stammkrankheiten sowie mit den Folgen mehrjähriger Hitze- und Trockenperioden. Beides habe die Standfestigkeit zahlreicher Bäume so stark beeinträchtigt, dass akute Gefahren an Wegen und Straßen entstanden seien.
Betroffen sind nach Angaben der Stadt vor allem Eschen und Erlen. Eschen sollen im Wiederanpflanzungsplan vorerst nicht mehr berücksichtigt werden, weil sie in besonderem Maß geschwächt sind. Die Grünflächenpflege berichtet von Einzelfällen, in denen Bäume mit noch grüner Krone wurzelseitig so stark geschädigt waren, dass sie ohne Vorwarnung umstürzten.
Marek Lihotan, Leiter des Bereichs Stadtgrün, verweist darauf, dass in Schorndorf im langjährigen Mittel 150 bis 200 Fällungen pro Jahr anfallen. Die nun geplante Zahl liege damit etwa fünfmal höher. Als treibende Faktoren nennt Lihotan die anhaltend heiße und trockene Witterung des Jahres 2026 sowie mutmaßliche Nachwirkungen des Hochwassers vor zwei Jahren. Damals könnten Pilzsporen und weitere Belastungen in die Gewässer eingetragen worden sein, die die ohnehin gestressten Bäume zusätzlich schwächten. Diese Einschätzung ordnet die Stadt als fachliche Bewertung ein; abschließende Laboranalysen zu einzelnen Erregern liegen nicht vor.
Um Risiken frühzeitig zu erkennen, hat die Stadt ihre Kontrollen an sensiblen Standorten verdichtet. Neben den gesetzlich vorgesehenen Regelkontrollen kommen verstärkt eingehende Sichtprüfungen und, wo nötig, freigelegte Wurzelkontrollen zum Einsatz. Ziel ist es, Gefahrenbereiche abzusichern und zugleich belastbare Entscheidungsgrundlagen für erforderliche Eingriffe zu schaffen.
Parallel bereitet die Verwaltung Nachpflanzungen mit standortgerechten und widerstandsfähigeren Baumarten vor. Konkrete Artenauswahl und Pflanztermine will die Stadt nach Abschluss der Fällarbeiten festlegen. Nach eigener Darstellung soll die kurzfristige Gefahrenabwehr mit einer langfristigen Stärkung klimaresilienter Baumstrukturen verbunden werden. Die Stadt betont, dass es sich um eine außerordentliche Maßnahme handelt, die auf die Häufung von Schadbildern und Witterungsextremen zurückgeht und nicht dem künftigen Regelbetrieb entsprechen soll.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).