Schramberg stellt den geplanten Schulcampus wegen stark gestiegener Kosten grundsätzlich infrage. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurden in einer Finanzklausur im Oktober Varianten geprüft, weil die bisherige Kalkulation erheblich nach oben gegangen ist. Der Südwestrundfunk berichtete am 5. November, dass der Gemeinderat vor einer Grundsatzentscheidung steht und Alternativen wie eine Umsetzung mit Generalunternehmer oder eine gestaffelte Realisierung diskutiert.
Besonders betroffen ist die Erhard-Junghans-Schule, die seit rund 15 Jahren an zwei Standorten im Provisorium arbeitet. Rektor Jörg Hezel nannte den Campus gegenüber dem SWR „existenziell wichtig“ und kritisierte, dass die Schulleitungen in die anstehenden Weichenstellungen bislang nicht früh genug eingebunden worden seien. Auf dem Campus sollten neben der Erhard-Junghans-Schule auch das Sonderpädagogische Bildungszentrum Peter-Meyer-Schule sowie eine Kindertagesstätte zusammengeführt werden.
Als Gründe für die Neubewertung nennt die Stadtverwaltung die eingetrübte Einnahmesituation und konkurrierende Bauprioritäten. Auch das Gymnasium Schramberg benötigt laut Verwaltung dringende Sanierungen. Aus dem Gemeinderat heißt es, dass nach einer politischen Grundsatzentscheidung die weitere Planung, Beteiligung und Fördermittelprüfung strukturiert fortgesetzt werden solle. Konkrete Beschlüsse zu Bauart, Zeitplan oder Vergabe liegen derzeit nicht vor.
Lokalmedien wie die NRWZ und der Schwarzwälder Bote berichten übereinstimmend, dass die Finanzierbarkeit seit Monaten wiederholt in Gremien thematisiert wird. Diskutiert werden demnach Optionen zur Kostendämpfung und zur Entzerrung der Bauabschnitte. Die Verwaltung verweist auf bereits vorliegende Gutachten zu Mobilität, Interimslösungen und Flächenbedarf. Ein Entscheidungsvorschlag soll dem Gemeinderat zeitnah vorgelegt werden.
Im Schulalltag sind die Folgen der Hängepartie spürbar: Die räumliche Trennung erschwert Abstimmungen im Kollegium, verlängert Wege in den Pausen und belastet Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler. Bildungspolitisch und rechtlich steht die Stadt vor einer Abwägung zwischen Haushaltssicherung und dem Auftrag, eine zeitgemäße schulische Infrastruktur zu gewährleisten.
Wie es weitergeht, hängt von den nächsten Beschlüssen des Gemeinderats und möglichen Förderzusagen ab. Aussagen zur endgültigen Ausgestaltung, zu Gesamtkosten oder zu festen Terminen lassen sich derzeit nicht belastbar treffen. Klar ist lediglich: Ohne zusätzliche Mittel oder eine geänderte Umsetzung droht das Projekt Schulcampus im Landkreis Rottweil weiter zu stocken.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).