Im Landtag Brandenburg in Potsdam hat am 29. Oktober 2026 die Simulation Europäisches Parlament (SIMEP) begonnen. Rund 90 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 10 bis 13 aus ganz Deutschland schlüpfen für zwei Tage in die Rolle von Abgeordneten und beraten über die Zukunft des europäischen Emissionshandels. Der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille eröffnete die Veranstaltung mit einem Grußwort und hob die Bedeutung politischer Bildung hervor. Europa brauche junge Menschen, die Verantwortung übernehmen und politische Prozesse verstehen, so Hille.
Kern des Programms sind Verhandlungen nach dem Vorbild des Europäisches Parlament: Die Teilnehmenden arbeiten in Fraktionen, Ländergruppen und Ausschüssen an Positionen und Textentwürfen, die anschließend im Plenum beraten und zur Abstimmung gestellt werden. Im thematischen Mittelpunkt steht der Emissionshandel als klimapolitisches Instrument und seine Einbettung in wirtschafts-, handels- und finanzpolitische Zielsetzungen der Europäischen Union.
In einer Diskussionsrunde fragten die Schülerinnen und Schüler Sebastian Hille zu wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit, Handelspolitik und Haushaltsfragen. Hille verband die Debatte um den Emissionshandel mit dem Hinweis, dass ökonomische Stärke politische Handlungsspielräume sichere und damit auch den klimapolitischen Ambitionen zugutekomme. Die Aussagen Hilles geben die Position der Bundesregierung wieder; Beschlüsse der SIMEP haben keinen rechtlichen Charakter, sollen aber parlamentarische Verfahren anschaulich machen.
SIMEP gilt als erprobtes Format der politischen Bildung: Seit 1999 vermitteln Simulationen dieser Art Einblicke in Aushandlungsprozesse, Mehrheitsbildung und den Umgang mit Interessenkonflikten. Organisiert wird die Potsdamer Ausgabe von zivilgesellschaftlichen Partnern, darunter die Jungen Europäische Föderalisten; organisatorische Unterstützung kommt zudem vom Landtag Brandenburg. Ziel ist es, Verhandlungsstrategien und die Arbeit in Ausschüssen praxisnah zu trainieren und zugleich zu zeigen, wie nationale Perspektiven in europäische Entscheidungen einfließen.
Die diesjährige Ausgabe in Potsdam setzt diese Linie fort. Nach der Eröffnung folgen Ausschussberatungen, Änderungsanträge und das abschließende Plenum, in dem die erarbeiteten Texte angenommen oder verworfen werden. Damit erhält der politische Streit um Ziele, Instrumente und Kompromisse einen konkreten Rahmen – mit direktem Bezug zu klimapolitischen und wirtschaftlichen Weichenstellungen in Deutschland und Europa. Die Veranstaltung endet am 30. Oktober 2026; Ergebnisse werden von den Organisatoren dokumentiert und in der weiteren Bildungsarbeit aufgegriffen.
Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).