Brandenburg

Schulnetzwerk „Schule ohne Rassismus“ trifft sich im Brandenburger Landtag

Am 23. September 2026 trafen sich Vertreterinnen und Vertreter von 73 Schulen im Brandenburger Landtag zum Jahrestreffen des Netzwerks „Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage“. Anlass waren Workshops, Berichte über Alltagsrassismus und ein kürzlich…

Am 23. September 2026 versammelten sich Schülerinnen, Schüler, Lehrkräfte und Vertreterinnen und Vertreter von 73 Schulen im Brandenburger Landtag zum Jahrestreffen des Netzwerks „Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage“. Der Besuch im Plenarsaal wurde von Redebeiträgen, Workshops und Diskussionen begleitet; zentrale Themen waren Alltagsrassismus, politische Bildung und Präventionsangebote an Schulen. Die Veranstaltung fand in Potsdam statt und wurde von Teilnehmenden als Zeichen zivilgesellschaftlichen Engagements bewertet.

Die Landespolitikerin Ulrike Liedtke (SPD) verwies in ihrer Ansprache auf die Pflicht, „nicht wegzuschauen“. Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU) begrüßte die Initiative und hob hervor, dass Schule ein Ort sei, an dem demokratische Werte vermittelt werden müssten. Teilnehmende berichteten zugleich von alltäglichen Erfahrungen mit Ausgrenzung und rassistischen Beleidigungen auf Schulhöfen, worauf Netzwerkgremien mit Workshops zu Resilienz, digitaler Desinformation und politischen Bildungsformaten reagierten.

Hintergrund des Treffens war auch eine politische Debatte im Landtag: Die AfD-Fraktion hatte in der Woche zuvor beantragt, die staatliche Förderung des Schulnetzwerks in Brandenburg zu streichen. Der Abgeordnete Dominik Kaufner bezeichnete das Angebot als parteiisch; der Antrag wurde jedoch mehrheitlich abgelehnt. Der Geschäftsführer des Netzwerks, Carsten Völtzke, erklärte, die Kritik verunsichere Schulen, betonte aber, das Netzwerk halte sich an den Beutelsbacher Konsens und biete ein freiwilliges, partizipatives Angebot.

Die Diskussion fand vor dem Hintergrund einer von Beratungsstellen dokumentierten Zunahme politisch motivierter Angriffe in Brandenburg statt: Die Beratungsstelle Opferperspektive veröffentlichte für das Jahr 2025 eine Statistik mit 290 rechten, rassistischen und antisemitischen Gewalttaten in Brandenburg. Die Zahl wird in Fachberichten und Medienberichten als Indiz für eine erhöhte Bedrohungslage gewertet und war wiederholt Gegenstand politischer Debatten im Land.

Für die Schulen, die dem Netzwerk angehören, ist die Mitgliedschaft kein Freifahrtschein gegen Probleme vor Ort, sondern ein Bekenntnis zur Arbeit an Schulgemeinschaften: Sie verpflichtet zu lokalen Projekten, zur Auseinandersetzung mit Vorfällen und zur Förderung demokratischer Kultur. Die Landesregierung unterstützt die Arbeit des Netzwerks finanziell in begrenztem Umfang; genaue Beträge wurden im Landtag genannt und blieben Teil der parlamentarischen Auseinandersetzung.

Die Veranstaltung am 23. September 2026 zeigte, dass schulische Prävention gegen Rassismus und Ausgrenzung in Brandenburg politisch umkämpft und zugleich für viele Beteiligte alltägliche Notwendigkeit ist.

Redakteur: Phillipe Schmidt-Araguin (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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