In Schweden ist der Ausgang der Parlamentswahl vom 13. September 2026 offen geblieben. Nach Auszählung des Großteils der Stimmen liegen das Mitte-links-Bündnis um die Sozialdemokraten von Magdalena Andersson und das konservative Lager des amtierenden Ministerpräsidenten Ulf Kristersson nahezu gleichauf. Vorläufige Ergebnisse der Wahlbehörde Valmyndigheten deuten zugleich auf Stimmenverluste der rechtspopulistischen Schwedendemokraten hin. Eine belastbare Mehrheit im 349 Sitze umfassenden Riksdag ist damit vorerst nicht erkennbar.
Valmyndigheten kündigte an, die Endergebnisse nach Nachzählungen und formalen Prüfungen in den kommenden Tagen zu bestätigen. Bis dahin bleiben Mandatsverteilung und Mehrheitsfrage im Reichstag offen. Schwedische und internationale Medien berichten übereinstimmend von einem hauchdünnen Vorsprung des Mitte-links-Lagers, betonen aber die statistische Unsicherheit, solange Brief- und Auslandsstimmen noch eingerechnet werden.
Seit 2022 regiert in Stockholm ein Mitte-rechts-Bündnis aus Moderaten, Christdemokraten und Liberalen unter Ulf Kristersson, das sich im Parlament auf die Tolerierung durch die Schwedendemokraten stützte. Deren nun absehbare Einbußen schwächen die Einflussbasis dieser Konstellation und verändern die Koalitionsarithmetik. Sollte das Linksbündnis nach Abschluss der Auszählung knapp vorne liegen, wäre ein Regierungswechsel wahrscheinlich. Bleibt das konservative Lager stärkste Kraft, wären eine erneute Minderheitsregierung oder neue Tolerierungsmodelle denkbar. In beiden Fällen sind schwierige Sondierungen zu erwarten.
Parteivertreter auf beiden Seiten erklärten am Wahlabend, man werde die endgültigen offiziellen Zahlen abwarten und dann über Koalitionsoptionen beraten. Beobachter verweisen darauf, dass kleine Verschiebungen bei den Reststimmen mehrere Mandate drehen können. Prognosen über die Regierungsbildung bleiben daher ausdrücklich vorläufig.
Für Deutschland ist der Verlauf der Regierungsbildung in Stockholm politisch relevant: Schweden ist Partner in Europäischer Union und NATO, und die künftige Ausrichtung der schwedischen Politik kann Debatten über Sicherheit, Migration, Energie und Industriepolitik im europäischen Rahmen mitprägen. Unabhängig vom knappen Wahlausgang deutet die Schwächung der Schwedendemokraten darauf hin, dass ihr unmittelbarer Einfluss auf eine künftige Regierung geringer ausfallen könnte als in der abgelaufenen Legislaturperiode.
Die Wahlbehörde will die finalen Resultate in den Tagen nach dem Urnengang veröffentlichen. Erst mit der amtlichen Feststellung der Ergebnisse beginnt formal der Prozess der Regierungsbildung in Stockholm.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).