In Berlin–Treptow-Köpenick ist am 3. Oktober 2026 der schwimmende Jugendclub Käthe auf dem Langen See an der Dahme an den Start gegangen. Träger ist Roter Baum Berlin. Das Hausboot soll als mobiles Jugendzentrum vor allem Jugendliche in den Ortsteilen rund um den Langen See erreichen. Laut Trägerangaben beginnt der Betrieb mit einem schrittweisen Aufbau des Angebots auf dem Wasser und an wechselnden Uferstandorten.
Nach Angaben von Roter Baum Berlin bringt das Projekt offene Jugendarbeit „dorthin, wo junge Menschen leben“. Geplant sind niedrigschwellige Freizeit-, Kultur- und Beratungsangebote an Bord und an Land. Konkrete Programmpunkte zum Auftakt werden in den kommenden Wochen bekanntgegeben. Ein fester Liegeplatz ist vorgesehen, das Boot soll aber mobil bleiben, um verschiedene Abschnitte des Langen Sees anzusteuern.
Der jetzige Start knüpft an eine mehrjährige Entwicklung an. In Treptow-Köpenick wurde seit spätestens 2023 ein schwimmendes Jugendangebot geprüft und diskutiert. Frühere Berichte, unter anderem im Tagesspiegel, dokumentierten die Suche nach einem geeigneten Schiff sowie nach einer tragfähigen Logistik und einem dauerhaften Anlegeplatz. Die Beschaffung des Hausbootes und die Ausrüstung für den Betrieb wurden schrittweise umgesetzt.
Für den Regelbetrieb gelten besondere Anforderungen. Zuständig für wasserrechtliche und sicherheitsrelevante Fragen sind neben dem Bezirksamt Treptow-Köpenick auch das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt. Laut Träger stehen Genehmigungs- und Abstimmungsverfahren mit den Behörden in engem Austausch. Abschließende Bescheide zu einzelnen Auflagen – etwa Gefahrenabwehr, Brandschutz und Umweltauflagen – werden fortlaufend in den Betrieb integriert. Der Träger geht davon aus, dass das Angebot in den Herbstmonaten zunächst mit Begleitaktionen am Ufer und Erprobungsfahrten stabilisiert wird.
Der Ansatz eines mobilen Jugendzentrums auf dem Wasser soll Lücken in der offenen Jugendarbeit schließen, insbesondere in randnahen und wassergeprägten Gebieten. Befürworter verweisen auf die flexible Erreichbarkeit und die Möglichkeit, Angebote direkt an Badestellen, Stege und Treffpunkte zu bringen. Kritisch diskutiert werden hingegen laufende Kosten, die Verfügbarkeit geeigneter Liegeplätze sowie witterungsbedingte Einschränkungen in Herbst und Winter. Über zusätzliche Finanzierungsbausteine und Kooperationen mit lokalen Einrichtungen wird nach Angaben des Trägers weiter verhandelt.
Mit dem Start von Käthe liegt der Schwerpunkt nun auf dem praktischen Erproben von Routen, Anlegepunkten und Formaten. Ergebnisse dieser Pilotphase sollen den Betrieb für 2027 strukturieren und die Abstimmung mit Behörden, Schulen, Vereinen und Quartiersteams im Bezirk vertiefen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).