Am 15. und 16. September 2026 haben der BUND Dossenheim und der Zoo Heidelberg sechs junge Steinkäuze im Rhein-Neckar-Kreis in die Freiheit entlassen. Nach Angaben der Beteiligten stammen die Vögel teils aus dem Zoo Heidelberg, teils aus anderen Zoos. Die Auswilderung ist Teil des Projekts „Gemeinsam für den Steinkauz“, das die dauerhafte Wiederansiedlung der Art in der Region anstrebt.
Der Steinkauz gilt in Deutschland vielerorts als gefährdet. In der Rhein-Neckar-Region war 2020 laut früheren Mitteilungen der Projektpartner nur noch ein bekanntes Brutpaar nachweisbar. Seither verfolgen lokale Akteure einen kombinierten Ansatz aus Auswilderungen und Aufwertung geeigneter Lebensräume. Dazu gehören die Pflege von Streuobstwiesen, das Anbringen und Erhalten von Nistkästen sowie gezielte Biotoppflege.
Die nun freigelassenen Jungvögel wurden zuvor in Volieren an natürliche Bedingungen gewöhnt. Anschließend erfolgte die Freisetzung an geeigneten Standorten im Landkreis. Verantwortliche betonen, dass Auswilderung allein den Bestand nicht sichert. Entscheidend seien über Jahre angelegte Maßnahmen zur Lebensraumverbesserung, ein engmaschiges Monitoring sowie die Minderung von Risiken wie Kollisionen im Straßenverkehr und Belastungen durch Pestizide.
Das Projekt „Gemeinsam für den Steinkauz“ verknüpft praktische Naturschutzarbeit vor Ort mit fachlicher Beratung. Während der BUND Dossenheim und der Zoo Heidelberg die Umsetzung in der Fläche koordinieren, bleiben für grundsätzliche Fragen des Artenschutzes die Naturschutzbehörden in Baden-Württemberg zuständig. Die Kooperation soll sicherstellen, dass Auswilderungen mit der Entwicklung der Habitate Schritt halten und neue Brutplätze langfristig bestehen können.
Kurzfristig soll die Maßnahme die Zahl potenzieller Brutpaare im Rhein-Neckar-Kreis erhöhen. Der Erfolg wird mittelfristig an der Zahl selbstständiger Bruten und an der Überlebensrate der Jungvögel gemessen. Fachleute raten zu einer nüchternen Bewertung: Ob sich eine Population etabliert, lasse sich erst nach mehreren Jahren Monitoring belastbar beurteilen.
Die beteiligten Institutionen verweisen darauf, dass sich die Bestandsentwicklung nur mit kontinuierlicher Pflege von Streuobstwiesen und verlässlicher Finanzierung stabilisieren lässt. Für die kommenden Monate sind weitere Kontrollen der Auswilderungsorte und die Wartung der Nistkästen vorgesehen. Mit den nun freigelassenen Tieren wird zugleich erprobt, welche Standorte in der Region die höchsten Chancen auf erfolgreiche Bruten bieten.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).