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Seehofer wirft Merz Glaubwürdigkeitsverlust vor

Kurz vor der CDU-Klausur kritisiert Horst Seehofer Bundeskanzler Friedrich Merz scharf und fordert einen Kurswechsel der Partei.

Kurz vor der CDU-Klausur hat der frühere CSU-Vorsitzende Horst Seehofer Bundeskanzler Friedrich Merz einen Glaubwürdigkeitsverlust vorgeworfen und einen Kurswechsel in der CDU angemahnt. Gebrochene Wahlversprechen hätten Merz geschadet, erklärte Seehofer in einem Interview und forderte weniger Selbstbeschäftigung in der Parteiführung sowie sichtbare Ergebnisse in der Regierungsarbeit.

Die Wortmeldung kommt unmittelbar vor der auf zwei Tage angesetzten CDU-Klausur, auf der die Parteispitze strategische Fragen und Konsequenzen aus jüngsten Rückschlägen beraten will. Seehofers Kritik verleiht innerparteilichen Debatten über Kurs und Führung neue Schärfe. In den vergangenen Wochen hatten Unionspolitiker wiederholt über Autorität und Durchsetzungskraft des Kanzlers gestritten; zugleich betonten andere Stimmen die Notwendigkeit von Stabilität in Partei und Bundesregierung.

Seehofer begründete seine Einschätzung mit aus seiner Sicht nicht eingehaltenen Zusagen aus dem Wahlkampf. Er verlangte, Prioritäten neu zu ordnen und politische Vorhaben so zu bündeln, dass für Wählerinnen und Wähler erkennbare Fortschritte entstehen. Die Äußerungen veröffentlichte die Bild am Sonntag am Morgen des 11. Oktober 2026.

Aus der CDU kamen gemischte Reaktionen. Vertreter aus Landesverbänden signalisierten Rückhalt für Merz und verwiesen auf laufende Vorhaben der Bundesregierung. Andere forderten, die anstehende Klausur für eine offene Aussprache über Profil, Prioritäten und Kommunikation zu nutzen. Aus der CSU hieß es, Seehofers Hinweise auf die Erwartung verlässlicher Politik seien berechtigt; zugleich müssten öffentliche Machtkämpfe vermieden werden, um Handlungsfähigkeit zu sichern.

Politisch fällt Seehofers Intervention in eine Phase erhöhter Unsicherheit: Die Union ringt um ein geschlossenes Auftreten, während die Bundesregierung unter Druck steht, größere Projekte zügig umzusetzen. Ob die CDU-Klausur Klarheit über Kurs und Verantwortlichkeiten schafft, hängt nach Einschätzung aus Parteikreisen davon ab, inwieweit Führung und Parteispitze konkrete Arbeitspläne und Zeitachsen vereinbaren.

Unabhängig von der Zuspitzung enthält Seehofers Vorstoß zwei zentrale Forderungen: erstens die strikte Bindung an zuvor gegebene Zusagen, zweitens eine stärkere Fokussierung auf wenige prioritäre Vorhaben mit schneller sichtbaren Ergebnissen. Ob dies die von ihm diagnostizierte Glaubwürdigkeitslücke schließen kann, dürfte sich an der Umsetzungskraft der Parteiführung und der Bundesregierung in den kommenden Wochen messen lassen.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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