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Selenskyj fordert Parlament zur Abberufung von Generalstaatsanwalt Krawtschenko auf

Präsident Wolodymyr Selenskyj hat das Parlament in Kiew aufgefordert, die Entlassung von Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko zu billigen. Zuvor hatte Krawtschenko nach Razzien von Anti-Korruptions-Ermittlern seinen Rücktritt eingereicht.

Kurzmeldung

Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am 14. September 2026 das Parlament in Kiew aufgefordert, die Entlassung des Generalstaatsanwalts Ruslan Krawtschenko zu billigen. Er drängte auf eine zügige Entscheidung, um Klarheit an der Spitze der Strafverfolgung zu schaffen. Auslöser sind Korruptionsvorwürfe gegen Mitarbeiter der Generalstaatsanwaltschaft nach Razzien von Anti-Korruptions-Ermittlern in den vergangenen Tagen.

Krawtschenko hatte bereits am 8. September 2026 seinen Rücktritt eingereicht. Nach übereinstimmenden Berichten richteten sich die Ermittlungen zunächst nicht direkt gegen ihn, sondern gegen Beschäftigte in seiner Behörde. Gegenstand ist demnach ein mutmaßliches Betrugssystem, das als „Callcenter“-Modell beschrieben wird und staatliche Gelder veruntreut haben soll. Offizielle Anklagen gegen Krawtschenko wurden bislang nicht bekannt. Er bezeichnete seinen Schritt laut Medienberichten als bewusste politische Entscheidung, um den Weg für Ermittlungen freizumachen.

Nach ukrainischem Verfahren erfolgt die Abberufung des Generalstaatsanwalts durch das Parlament auf Vorschlag des Präsidenten. Selenskyj bat die Abgeordneten, ohne Verzögerung zu entscheiden. Parlamentsvertreter kündigten an, das Gesuch zu prüfen. Aus der Opposition kamen Forderungen nach einem transparenten Auswahlverfahren für die Nachfolge und nach strukturellen Reformen, um die Unabhängigkeit der Anti-Korruptions-Institutionen zu stärken.

Die Affäre reiht sich in eine Serie von Korruptionsfällen ein, die in den vergangenen Monaten mehrere Behörden und Ministerien betroffen haben. Für die Ukraine ist die Verlässlichkeit der Strafverfolgung auch europapolitisch bedeutsam: Reformfortschritte bei Rechtsstaatlichkeit und Korruptionsbekämpfung gelten als zentrale Bedingungen in der EU-Beitrittsdebatte. Beobachter sehen im Fall Krawtschenko einen Test, ob die bestehenden Kontrollmechanismen unabhängig arbeiten und politische Rückendeckung erhalten.

Welche unmittelbaren Folgen ein Wechsel an der Spitze der Generalstaatsanwaltschaft hätte, ist offen. Die laufenden Ermittlungen gegen beschuldigte Mitarbeiter sollen nach Angaben aus Kiew fortgesetzt werden. Zugleich gilt das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Korruptionsbekämpfung als empfindlich. Für den Übergang wird in Regierungskreisen mit internen Kommissariaten gerechnet, bis das Parlament über die Abberufung und eine mögliche Neubesetzung entschieden hat.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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