Kurzmeldung
Shida Bazyar hat am 5. Oktober 2026 in Frankfurt am Main den Deutschen Buchpreis für ihren Roman Die Lücken erhalten. Die Auszeichnung wurde im Kaisersaal des Römers verliehen und von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels vergeben. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert.
Die siebenköpfige Jury unter Leitung der Jurysprecherin Cornelia Geißler wählte Bazyars Roman aus der Shortlist zum „Roman des Jahres“. Laut Jurybegründung verbindet Die Lücken historische Erinnerung mit Gegenwartsperspektiven und lässt marginalisierte Stimmen zu Wort kommen. Der Roman ist bei Kiepenheuer und Witsch erschienen.
Bazyar, 1988 in Hermeskeil geboren, hat sich mit gesellschaftlich engagierten Texten einen Namen gemacht. In Die Lücken arbeitet sie mit mehreren Erzählperspektiven und verknüpft persönliche Erfahrungen mit kollektiven Erinnerungslinien. Themen wie lokale NS-Geschichte, Ausgrenzung und Zugehörigkeit werden, so die Jury, literarisch präzise und zugänglich miteinander verschränkt. Konkrete Handlungsorte und Figuren dienen dabei als Folie für breitere gesellschaftliche Fragen.
Der Deutsche Buchpreis wird seit 2005 jährlich zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse vergeben. Ziel ist es, den herausragenden deutschsprachigen Roman des Jahres zu würdigen und einem breiten Publikum sichtbar zu machen. Neben der Preisträgerin erhalten die weiteren Autorinnen und Autoren der Shortlist jeweils 2.500 Euro. Der Preis gilt in der Buchbranche als wichtiger Impulsgeber; erfahrungsgemäß steigen nach der Auszeichnung die mediale Aufmerksamkeit und die Nachfrage im Buchhandel deutlich.
Die Verleihung im Kaisersaal des Römers markiert traditionell den Auftakt einer Messewoche, in der Literaturhäuser, Verlage und Medien die prägenden Neuerscheinungen des Jahres diskutieren. Für die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels steht dabei die Verbindung von literarischer Qualität und gesellschaftlicher Relevanz im Vordergrund. Mit Die Lücken rückt die Jury 2026 ein Werk in den Mittelpunkt, das historische Stoffe mit gegenwärtigen Fragen nach Teilhabe und Erinnerungskultur verbindet und damit weit über den unmittelbaren Handlungsrahmen hinausweist.
Redakteurin: Celestina Fuentes (Artikel mit KI-Unterstützung).