Siemens hat in Erlangen Anwendungen für eine KI-gestützte Industrieproduktion vorgestellt und das dortige Gerätewerk samt geplantem Siemens Technology Campus als Blaupause für weitere Standorte benannt. Bei Terminen am 19. und 20. Oktober 2026 präsentierte der Konzern gemeinsam mit Partnern Verfahren, die Qualitätsprüfung, Fertigungsplanung und Entwicklungszyklen beschleunigen sollen. Siemens zufolge kamen dabei maschinelles Sehen, digitale Zwillinge und vernetzte Steuerungssysteme zum Einsatz.
Kern des Ansatzes ist die Integration industrieller KI in bestehende Produktions- und Engineering-Prozesse. Gezeigt wurden unter anderem automatische optische Kontrollen von Leiterplatten sowie KI-gestützte Fehlerdiagnosen. Nach Darstellung von Siemens können solche Verfahren Arbeitsschritte im Entwurf reduzieren und die Markteinführung neuer Produkte verkürzen. Die Anwendungen kombinieren lokale Fertigungsdaten mit Edge-Inferenz und zusätzlichen Rechenressourcen, die regional verfügbar gemacht werden sollen.
Als Technologiepartner trat unter anderem NVIDIA auf, das Hochleistungsbeschleuniger und Software bereitstellt. Siemens ordnete die Zusammenarbeit mit Hardware- und Plattformanbietern als Voraussetzung für Skalierung ein. Parallel wird in der Region Recheninfrastruktur ausgebaut: An der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg entsteht ein Hochleistungscluster, das Forschung und industrielle Entwicklung enger verzahnen soll. Die bayerische Landesregierung verweist in ihren Veröffentlichungen auf die Bedeutung solcher Kapazitäten für datenintensive Anwendungen.
Ökonomisch zielt Siemens darauf, Industrie-KI vom Demonstrator zum übertragbaren Geschäftsmodell zu entwickeln. Für Erlangen und Bayern sind damit Investitionen in Infrastruktur und Weiterbildung verbunden. Arbeitnehmervertreter betonen seit längerem, Automatisierung müsse mit Qualifizierung und sozial verbindlichen Vereinbarungen einhergehen. Konkrete Zusagen zu Umfang und Zeitplan solcher Programme wurden in den öffentlich verfügbaren Unterlagen nicht detailliert beziffert.
Regulatorisch adressiert das Vorhaben Fragen der Datensicherheit, Haftung und Normenkonformität in industriellen Steuerungen. Siemens erklärte, die Lösungen in bestehende Zulassungs- und Sicherheitsprozesse einzubetten. Fachleute sehen die Übertragbarkeit des Erlanger Modells auf andere Werke in Deutschland und Europa abhängig von Investitionsvolumina, standardisierten Schnittstellen und der regional verfügbaren Rechenleistung.
Nach derzeitigem Kenntnisstand markieren die Vorführungen in Erlangen einen operativen Schritt, zentrale Elemente industrieller KI in realen Produktionsumgebungen zu erproben. Aussagen zu messbaren Effekten auf Beschäftigung, Stückkosten und Exporterlöse bleiben zu verifizieren und werden erst mit belastbaren Betriebsdaten möglich sein.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).