Kurzmeldung
Bei der Klausur der CSU-Landtagsfraktion in Kloster Banz am 23. September 2026 forderte Ministerpräsident Markus Markus Söder, die Wochenstunden an bayerischen Grundschulen zu erhöhen. Söder begründete den Vorstoß mit den jüngsten PISA-Ergebnissen und bildungspolitischen Zielsetzungen, nannte jedoch keinen konkreten Gesetzentwurf oder Finanzierungsplan. Damit bleibt die Forderung ein politischer Impuls, dessen Umsetzung in den Zuständigkeitsbereich des Kultusministeriums und des Landtags fällt.
Die Gestaltung der Stundentafel und die Festlegung von Unterrichtswochenstunden sind in Bayern geregelt; Änderungen würden Anpassungen in der Stundentafel, in der Unterrichtsversorgung und im Haushalt erfordern. Praktische Folgen einer systematischen Erhöhung wären ein zusätzlicher Personalbedarf, veränderte Dienst- und Vorbereitungszeiten sowie organisatorische Anpassungen für gebundene Ganztagsangebote. Das Kultusministerium müsste für jede Änderung eine konkrete Kosten- und Personalplanung vorlegen, die anschließend vom Landtag zu beschließen wäre.
Gewerkschaften und Lehrkräfteverbände reagierten zurückhaltend: Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) mahnte, Ankündigungen müssten mit Nachweisen zu Stellen und Finanzierung einhergehen, sonst blieben sie unverbindlich. Auch Schulleitungen und kommunale Träger verwiesen darauf, dass Schulorganisation und Raum- sowie Betreuungsangebote in die Planung einbezogen werden müssten.
Bildungspolitisch ist die Debatte nicht neu: Die Staatsregierung hatte bereits in den vergangenen Jahren Maßnahmen zur Schwerpunktsetzung auf Deutsch und Mathematik und zur Stärkung der Unterrichtsversorgung angekündigt. Konkrete rechtsverbindliche Änderungen an Wochenstunden oder Fächergewichtungen werden erst mit Gesetzes- oder Verordnungsbeschlüssen wirksam und enthalten dann genaue Stichtage und Übergangsregelungen.
Bis zu solchen Beschlüssen bleibt Söders Forderung ein programmatischer Vorschlag. Entscheidend für eine rechts- und umsetzungsfähige Reform sind transparente Angaben zu Umfang, Zeitplan, zusätzlichen Lehrerstellen und den erforderlichen Haushaltsmitteln. Ohne diese Vorgaben bleibt offen, wie und wann sich die Unterrichtszeit für die bayerischen Grundschüler tatsächlich erhöht.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).