Der Sozialverband Deutschland (SoVD) hat zum bundesweiten Tag der pflegenden Angehörigen am 8. September stärkere Unterstützung für Menschen gefordert, die Angehörige in der häuslichen Pflege versorgen. Der Verband warnte, geplante Änderungen in der Pflegereform könnten Belastungen auf Familien verlagern und Leistungen kürzen. Das gehe zulasten derjenigen, die den größten Teil der Pflege in Deutschland tragen.
Nach Angaben des SoVD erfolgt die Versorgung der meisten Pflegebedürftigen zu Hause. Pflegende Angehörige – häufig Frauen – erlebten dadurch Einkommensverluste, gesundheitliche Belastungen und soziale Isolation. Der Verband fordert deshalb verlässliche Rentenpunkte für Pflegezeiten, Ausgleichszahlungen bei Verdienstausfällen und den Ausbau niedrigschwelliger Beratungsangebote. Ebenso dringt er auf bessere Zugänge zu Entlastungsleistungen wie Tages- und Kurzzeitpflege sowie transparente Regeln, damit Ansprüche im Alltag tatsächlich nutzbar sind.
Kommunen und Länder haben den Aktionstag genutzt, um auf vorhandene Hilfen aufmerksam zu machen. Die Landeshauptstadt Düsseldorf verwies auf städtische Beratungsangebote für pflegende Angehörige. Das Niedersächsische Sozialministerium betonte, die häusliche Pflege sei zentral für die Versorgungssicherheit und brauche verlässliche Unterstützung vor Ort. Beide kündigten an, Informations- und Lotsendienste weiter sichtbar zu machen.
Im politischen Berlin wird die Finanzierung der Pflegereform und die Ausgestaltung der Leistungen kontrovers diskutiert. In einer Debatte im Deutschen Bundestag im Juni äußerten Abgeordnete mehrerer Fraktionen die Sorge, mögliche Einschnitte könnten pflegende Angehörige zusätzlich belasten. Gefordert wurden unter anderem planbare Übergangsregelungen, gesicherte Rentenansprüche und mehr Transparenz bei der Inanspruchnahme von Leistungen. Die Bundesregierung verweist auf laufende Beratungen; Entscheidungen zu Umfang und Tempo der Reform stehen noch aus.
Der Tag der pflegenden Angehörigen bündelt damit drei Linien: Verbände wie der SoVD verlangen rechtlich abgesicherte Entlastung und klare Leistungszusagen; Länder und Kommunen werben für die Nutzung bestehender Beratungsangebote; die Bundespolitik ringt um Finanzierung und Prioritäten der Pflegereform. Unstrittig ist, dass die häusliche Pflege für das System unverzichtbar bleibt. Ob und in welchem Umfang Forderungen nach zusätzlichen Rentenpunkten, finanziellen Ausgleichszahlungen und mehr Verfügbarkeit von Entlastungsleistungen umgesetzt werden, entscheidet sich in den anstehenden Beratungen.
Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).