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Soziologe Johannes Kopp: Heiraten muss nicht teuer sein

Ein Interview von SWR Aktuell mit dem Trierer Soziologen Johannes Kopp ordnet am 10. Oktober 2026 den Kostendruck rund um Hochzeiten ein und skizziert konkrete Sparmöglichkeiten.

Der Familiensoziologe Johannes Kopp von der Universität Trier hat am 10. Oktober 2026 im Programm von SWR Aktuell die verbreitete Annahme relativiert, eine Hochzeit müsse zwangsläufig viel Geld kosten. Er sieht den aktuellen Kostendruck vor allem als Folge einer „Eventisierung“ von Eheschließungen und eines sichtbareren Vergleichsdrucks durch soziale Medien. Aus seiner Sicht lassen sich Feier und Symbolik klar trennen: Die Trauung als öffentliches Bekenntnis habe Bestand, die aufwändige Inszenierung sei hingegen eine frei wählbare Option.

Kopp beschreibt, dass sich Planungen heute stärker professionalisieren: Locations werden lange im Voraus gebucht, Dienstleister für Catering, Foto und Video sind oft Teil eines standardisierten Pakets. Daraus ergeben sich höhere Durchschnittsbudgets. Zugleich betont er, dass Paare den finanziellen Rahmen selbst steuern können. Wer Prioritäten setze, Termine außerhalb stark nachgefragter Samstage wähle oder Leistungen bündele, könne deutlich sparen. Auch eine kleinere Gästeliste, die Nutzung privater oder kommunaler Räume statt exklusiver Veranstaltungsorte sowie Eigenleistungen bei Dekoration und Musik seien wirksame Hebel.

In der Debatte kursierende Zahlen, unter anderem aus dem Bridebook Wedding Report 2026, nennen für Deutschland mittlere fünfstellige Summen als Richtwert. Kopp verweist jedoch auf große Streuungen je nach Region, Marktpreisen und Gästeumfang. Durchschnittswerte seien Orientierung, aber keine Vorgabe. Konkrete Planungen sollten sich an aktuellen Angeboten vor Ort und am verfügbaren Budget orientieren.

SWR Aktuell verweist zudem auf Beispiele aus Kaiserslautern und anderen Städten, in denen Paare bewusst kleinere Formate gewählt haben. Die Redaktion zeigt in der Sendung SWR Aktuell 360 Grad Varianten vom standesamtlich-nahen Empfang bis zur reduzierten Feier im Freundeskreis. Diese Fälle illustrieren, dass ein persönlicher Rahmen und verlässliche Organisation wichtiger sein können als teure Kulissen.

Für Kommunen, Standesämter und Dienstleister ist die Entwicklung relevant, weil Nachfrage und Angebot regional unterschiedlich reagieren. Steigende Preise für beliebte Zeitfenster könnten zu Ausweichbewegungen auf Wochentage führen, während günstigere, flexible Pakete neue Zielgruppen erschließen. Kopp trennt in seinen Aussagen deutlich zwischen belegten Trends und Erwartungen: Die dokumentierte Tendenz zur Inszenierung erklärt höhere Budgets, begründet sie aber nicht zwingend. Für Paare in Deutschland bleibt die Kernbotschaft: Die Entscheidung über Umfang und Kosten der Hochzeit liegt bei ihnen – und eine gelungene Feier ist nicht an ein hohes Budget gebunden.

Redakteurin: Mira Cadena (Artikel mit KI-Unterstützung).

Quellen

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